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Länder ohne Kapitalertragsteuer: 12 Länder und der Europa-Vergleich 2026

Clemens KohlbacherClemens Kohlbacher28. März 202515 min LesezeitAktualisiert: 20. September 2026
Länder ohne Kapitalertragsteuer: 12 Länder und der Europa-Vergleich 2026
Inhaltsverzeichnis

In Deutschland gehen 26,375 Prozent jedes Kursgewinns, jeder Dividende und jedes Zinsertrags an den Staat, in Österreich 27,5 Prozent. Ein paar hundert Kilometer weiter sind dieselben Gewinne steuerfrei. Länder ohne Kapitalertragsteuer gibt es mehr, als die meisten Anleger denken, und einige davon liegen mitten in Europa.

Nachfolgend findest du die zwölf wichtigsten Länder ohne Kapitalertragsteuer mit den Regeln für Kursgewinne, Dividenden, Zinsen und Krypto, einen Vergleich der Kapitalertragsteuer in 24 europäischen Ländern, die Sonderregeln für aktives Trading und die Punkte, bei denen Deutschland nach einem Wegzug weiter mitredet.

Vorab: Steuerfrei wird ein Gewinn erst, wenn du in dem jeweiligen Land tatsächlich steuerlich ansässig bist und deinen Wohnsitz im Heimatland aufgegeben hast. Ein Depot im Ausland allein ändert nichts. Alle Angaben haben den Stand September 2026 und sind mit Quellen belegt, ersetzen aber keine Steuerberatung.

Definition

Kapitalertragsteuer ist im deutschen Sprachgebrauch der Sammelbegriff für die Steuer auf Erträge aus Kapitalvermögen. Dahinter stecken vier Arten von Einkünften, die viele Länder unterschiedlich behandeln. Genau diese Unterscheidung entscheidet, ob ein Land für dich wirklich steuerfrei ist.

  • Kursgewinne: der Gewinn aus dem Verkauf von Aktien, ETFs, Anleihen oder Fonds. Das ist die Kategorie, die die meisten Länder ohne Kapitalertragsteuer freistellen.
  • Dividenden: Ausschüttungen von Unternehmen. Viele Länder, die Kursgewinne freistellen, besteuern Dividenden als normales Einkommen.
  • Zinsen: Erträge aus Konten, Festgeld und Anleihen. Steuerlich meist wie Dividenden behandelt.
  • Krypto: wird je nach Land als Kapitalvermögen, als sonstiges Wirtschaftsgut oder gar nicht geregelt.

Zum Vergleich die Ausgangslage: Deutschland erhebt 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer bis knapp 28 Prozent. Frei bleibt nur der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (Gesetze im Internet). Österreich nimmt 27,5 Prozent, auf Bankzinsen 25 Prozent. Die Schweiz besteuert private Kursgewinne gar nicht.

Drei Modelle

Länder ohne Kapitalertragsteuer funktionieren nach einem von drei Prinzipien. Wenn du das Prinzip kennst, kannst du jedes weitere Land selbst einordnen.

  1. Keine Einkommensteuer: Das Land besteuert Privatpersonen überhaupt nicht. Kursgewinne, Dividenden, Zinsen und Krypto sind frei, egal woher sie kommen. Beispiele: Monaco, VAE, Bahamas.
  2. Territorial- und Remittance-Prinzip: Besteuert wird nur, was im Land selbst erwirtschaftet wird oder was ins Land überwiesen wird. Ein Depot bei einem Broker im Ausland bleibt damit steuerfrei. Beispiele: Panama, Paraguay, Georgien, Malta, Thailand.
  3. Freistellung privater Kursgewinne: Das Land hat eine normale Einkommensteuer, nimmt aber Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren aus. Dividenden und Zinsen bleiben meist steuerpflichtig. Beispiele: Schweiz, Liechtenstein, Singapur, Zypern.
7 Länder ohne Kapitalertragsteuer für Investoren & Trader

Vergleichstabelle Länder

Die Tabelle zeigt die zwölf Länder, die für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum in der Praxis eine Rolle spielen. Die Angaben gelten für Privatpersonen mit Wohnsitz im jeweiligen Land und einem Depot bei einem Broker außerhalb des Landes.

LandKursgewinneDividenden, ZinsenAufenthalt
Zypern0 %0 % als Non-DomEU-Freizügigkeit
Schweiz0 % privatEinkommensteuerFreizügigkeit
Liechtenstein0 %über Vermögenssteuerstark kontingentiert
Monaco0 %0 %Vermögensnachweis
VAE0 %0 %Visum über Firma oder Immobilie
Georgien0 % aus dem Ausland0 % aus dem Ausland360 Tage visumfrei
Malta0 % aus dem Auslandnur bei ÜberweisungEU-Freizügigkeit
Singapur0 %Ausland 0 %Arbeits- oder Investorenvisum
Panama0 % aus dem Ausland0 % aus dem AuslandVisum über Firma oder Investment
Paraguay0 % aus dem Ausland0 % aus dem AuslandResidenz ohne Investment
Thailandnur bei Überweisungnur bei ÜberweisungVisum, ab 50 leichter
Bahamas0 %0 %Immobilieninvestment

Die Länder im Detail

Zu jedem Land die Regel, die Ausnahme und die Hürde beim Aufenthalt. Die Reihenfolge folgt der Nähe zu Deutschland, nicht einer Wertung.

Zypern

Küste von Zypern

Das beste Land für Anleger innerhalb der EU. Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren, also Aktien, ETFs, Anleihen und Fondsanteilen, sind steuerfrei, und zwar unabhängig von Haltedauer und Handelshäufigkeit (PwC). Wer neu nach Zypern zieht, gilt 17 Jahre lang als Non-Dom und zahlt in dieser Zeit keine Sonderabgabe auf Dividenden und Zinsen. Es bleibt nur der Beitrag zum Gesundheitssystem GESY von 2,65 Prozent, gedeckelt bei 4.770 Euro im Jahr. Krypto wird seit 2026 pauschal mit 8 Prozent besteuert.

Steuerresident wirst du schon mit 60 Tagen Aufenthalt im Jahr, wenn du sonst nirgends ansässig bist. Als EU-Bürger ziehst du ohne Visum zu. Alle Details in Zypern Steuern und Zypern auswandern.

Schweiz

Zürich, Schweiz

Private Kursgewinne auf Aktien, ETFs, Anleihen und Krypto sind in der Schweiz steuerfrei (PwC). Das ist der Grund, warum die Schweiz in jeder Liste steht. Die zweite Hälfte wird oft verschwiegen: Dividenden und Zinsen zählen zum Einkommen und werden je nach Kanton mit bis zu 22 bis 43 Prozent besteuert, und auf das gesamte Vermögen fällt jedes Jahr eine Vermögenssteuer an.

Die Schweiz lohnt sich deshalb für Anleger mit thesaurierenden ETFs und Wachstumsaktien, weniger für Dividendenstrategien. Wer als gewerbsmäßiger Händler eingestuft wird, verliert die Steuerfreiheit ganz, dazu mehr im Abschnitt Trading. Die Sätze aller Kantone stehen in Schweiz Steuern.

Liechtenstein

Vaduz in Liechtenstein

Liechtenstein kennt keine Kapitalertragsteuer im eigentlichen Sinn. Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen an in- und ausländischen Gesellschaften sind steuerfrei, Verluste dafür nicht abziehbar (PwC). Dividenden und Zinsen werden nicht einzeln besteuert. Stattdessen rechnet der Staat einen Sollertrag von 4 Prozent auf dein Reinvermögen und unterwirft diesen fiktiven Ertrag der normalen Einkommensteuer. Praktisch ist das eine Vermögenssteuer von deutlich unter 1 Prozent.

Die Hürde ist der Aufenthalt: Liechtenstein vergibt an EWR-Bürger nur wenige Dutzend Bewilligungen pro Jahr, die Hälfte davon per Los. Für die meisten ist das Land deshalb als Standort für Vermögensstrukturen interessant, nicht als Wohnsitz. Mehr dazu in Liechtenstein Stiftung gründen.

Monaco

Hafen von Monaco

Monaco erhebt seit 1869 keine Einkommensteuer auf Privatpersonen, mit Ausnahme französischer Staatsbürger. Kursgewinne, Dividenden, Zinsen und Krypto sind steuerfrei, eine Vermögenssteuer gibt es nicht. Monaco ist damit das einzige Land in Europa, das Kapitalerträge vollständig freistellt.

Der Preis ist der Zugang: Für die Aufenthaltskarte brauchst du eine Wohnung im Fürstentum und ein Bankguthaben von meist 500.000 bis 1 Million Euro bei einer monegassischen Bank. Ein Studio kostet 4.000 bis 5.000 Euro Miete im Monat. Details in Monaco Steuern.

Vereinigte Arabische Emirate

Skyline von Dubai in der Dämmerung

In den Emiraten gibt es keine Einkommensteuer für Privatpersonen (PwC). Kursgewinne, Dividenden, Zinsen und Krypto bleiben steuerfrei, egal in welcher Höhe und woher sie stammen. Die 2023 eingeführte Körperschaftsteuer von 9 Prozent betrifft Unternehmen und gewerbliche Tätigkeiten, private Kapitalanlage fällt ausdrücklich nicht darunter.

Den Aufenthalt bekommst du über eine Firmengründung in Dubai oder eine Immobilie ab 750.000 Dirham, mit 2 Millionen Dirham als Golden Visa für zehn Jahre. Für Anleger mit größerem Depot ist Dubai der unkomplizierteste Weg zu null Prozent.

Georgien

Georgien besteuert Privatpersonen nur mit Einkünften aus georgischer Quelle. Kursgewinne, Dividenden und Zinsen aus einem ausländischen Depot sind steuerfrei (PwC), Gewinne aus Krypto bei Privatpersonen ebenfalls. Selbst georgische Aktien sind nach zwei Jahren Haltedauer steuerfrei (Tax Foundation). Deutsche dürfen 360 Tage ohne Visum bleiben, die Lebenshaltungskosten gehören zu den niedrigsten Europas.

Zu beachten: Steuerresident wirst du ab 183 Tagen Aufenthalt, und die politische Lage ist seit 2024 angespannt. Mehr in Georgien Steuern.

Malta

Hafen mit Fischerbooten auf Malta

Wer nach Malta zieht, ohne dort sein Domizil zu begründen, wird nach dem Remittance-Prinzip besteuert (PwC). Ausländische Kursgewinne sind steuerfrei, und zwar auch dann, wenn du das Geld nach Malta überweist. Ausländische Dividenden und Zinsen werden nur besteuert, soweit du sie nach Malta bringst. Wer sie auf einem Konto im Ausland belässt und vor Ort von Kursgewinnen oder Erspartem lebt, zahlt darauf nichts.

Einschränkung: Ab 35.000 Euro Auslandseinkommen im Jahr fällt eine Mindeststeuer von 5.000 Euro an. Als EU-Bürger ziehst du ohne Visum zu. Details in Malta Steuern.

Singapur

Skyline von Singapur zur blauen Stunde

Singapur kennt keine Steuer auf Kapitalgewinne, weder auf in- noch auf ausländische (PwC). Dividenden aus Singapur sind beim Empfänger steuerfrei, ausländische Dividenden und Zinsen, die eine Privatperson erhält, in der Regel ebenfalls. Besteuert wird, wer den Handel mit Wertpapieren als Gewerbe betreibt.

Die Hürde ist der Aufenthalt. Ohne Arbeitsvertrag mit Employment Pass oder ein Investment in Millionenhöhe über das Global Investor Programme gibt es keinen dauerhaften Status, und die Lebenshaltungskosten zählen zu den höchsten der Welt.

Panama

Panama besteuert nach dem Territorialprinzip nur Einkünfte aus panamaischer Quelle (PwC). Kursgewinne, Dividenden und Zinsen aus einem Depot im Ausland sind steuerfrei, ebenso Krypto. Vermögen-, Erbschaft- und Schenkungsteuer gibt es nicht. Den Aufenthalt bekommst du über eine Firmengründung, eine Immobilie ab 300.000 US-Dollar oder als Rentner ab 1.000 US-Dollar im Monat.

Zu beachten: Panama steht auf der EU-Liste und der deutschen Liste nicht kooperativer Steuergebiete, was Geschäftsbeziehungen nach Deutschland erschwert. Für reine Privatanleger spielt das eine geringere Rolle. Mehr in Panama auswandern.

Paraguay

Auch Paraguay besteuert nur Einkommen aus paraguayischer Quelle. Kursgewinne, Dividenden, Zinsen und Krypto aus dem Ausland bleiben steuerfrei, lokales Einkommen kostet 8 bis 10 Prozent (PwC). Die Residenz gibt es ohne Mindestinvestment für 3.000 bis 5.000 Euro inklusive Agentur, und sie führt später zur Staatsbürgerschaft.

Zu beachten: Es gibt kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland. Für die steuerliche Ansässigkeit solltest du Cédula, Steuernummer und in der Praxis rund 120 Tage Aufenthalt vorweisen können. Details in Paraguay Steuern.

Thailand

Thailand besteuert Auslandseinkommen seit 2024 nach dem Remittance-Prinzip: Steuerpflichtig wird es erst, wenn du es nach Thailand überweist, dann progressiv bis 35 Prozent (PwC). Kursgewinne und Dividenden, die auf deinem Konto im Ausland bleiben, sind steuerfrei, ebenso Geld, das du vor 2024 verdient hast. Gewinne aus Aktien an der thailändischen Börse sind für Privatpersonen befreit, Krypto über lizenzierte thailändische Börsen bis Ende 2029.

Wer unter 180 Tagen im Jahr bleibt, wird gar nicht erst steuerlich ansässig. Inhaber eines LTR-Visums können Auslandseinkommen steuerfrei ins Land bringen. Alles dazu in Thailand Steuern.

Bahamas

Tropische Bucht in der Karibik

Die Bahamas erheben keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Vermögen- und keine Erbschaftsteuer. Der Staat finanziert sich über Mehrwertsteuer, Zölle und Gebühren. Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung gibt es über ein Immobilieninvestment im oberen sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Zu beachten: hohe Lebenshaltungskosten, Hurrikansaison und eine weite Anreise aus Europa. In der Karibik funktionieren die Cayman Islands, St. Kitts und Nevis oder Antigua ähnlich.

Weitere Länder

Nach denselben Prinzipien funktionieren auch diese Länder: Hongkong und Malaysia besteuern private Kursgewinne nicht, Neuseeland kennt keine allgemeine Kapitalertragsteuer, Costa Rica und Uruguay besteuern ausländische Kapitalerträge nicht oder für Zuzügler befristet nicht. Wer als Perpetual Traveler in keinem Land steuerlich ansässig wird, zahlt ebenfalls nichts, muss aber sehr sauber arbeiten. Wie das geht, steht in Digitaler Nomade werden. Eine breitere Übersicht über Länder mit niedrigen Steuern insgesamt findest du im Ratgeber Steueroasen.

Kapitalertragsteuer in Europa

Die folgende Tabelle vergleicht die Kapitalertragsteuer in 24 europäischen Ländern, Stand 2026. Die mittlere Spalte zeigt den Höchstsatz auf Kursgewinne aus börsennotierten Aktien, die länger gehalten wurden und keine wesentliche Beteiligung darstellen (Tax Foundation), die rechte Spalte den Höchstsatz auf Dividenden beim Anleger (Tax Foundation).

LandKursgewinne AktienDividenden
Schweiz0 %Einkommensteuer
Zypern0 %0 % als Non-Dom, sonst 17 %
Malta0 % bei Börsenaktien0 %
Georgien0 % nach 2 Jahren5 %
Luxemburg0 % nach 6 Monaten21 %
Slowakei0 % nach 1 Jahr7 %
Tschechien0 % nach 3 Jahren23 %
Slowenien0 % nach 15 Jahren25 %
Griechenland0 % unter 0,5 % Beteiligung5 %
Rumänien1 %16 %
Belgien10 % seit 202630 %
Bulgarien10 %5 %
Kroatien12 %12 %
Ungarn15 %15 %
Polen19 %19 %
Großbritannien24 %39,35 %
Italien26 %26 %
Deutschland26,375 %26,375 %
Österreich27,5 %27,5 %
Portugal28 %28 %
Spanien30 %30 %
Irland33 %51 %
Frankreich34 %34 %
Dänemark42 %42 %

Drei Dinge fallen auf. Erstens besteuern zehn europäische Länder lang gehaltene Aktien gar nicht, darunter mit Luxemburg, der Slowakei und Tschechien drei, die kaum jemand auf dem Schirm hat. Zweitens ist die Haltedauer der Schlüssel: In Luxemburg genügen sechs Monate, in der Slowakei ein Jahr, in Tschechien drei Jahre. Drittens hat Belgien, jahrzehntelang ein Land ohne Steuer auf private Kursgewinne, 2026 erstmals 10 Prozent eingeführt, mit einem Freibetrag von 10.000 Euro im Jahr (PwC).

Nicht in der Statistik, aber relevant: Monaco und Liechtenstein besteuern Kursgewinne nicht, Andorra stellt Gewinne aus Beteiligungen unter 25 Prozent nach einer Haltefrist frei und nimmt sonst höchstens 10 Prozent. Die niedrigste Kapitalertragsteuer in Europa zahlst du also in Monaco und auf Zypern mit null Prozent auf alles, gefolgt von der Schweiz, Malta und Luxemburg bei Kursgewinnen und von Bulgarien und Griechenland mit 5 Prozent bei Dividenden.

Aktives Trading

Die Steuerfreiheit für Kursgewinne gilt in mehreren Ländern nur für die private Vermögensverwaltung. Wer so handelt, dass die Behörde darin ein Gewerbe sieht, zahlt Einkommensteuer und Sozialabgaben auf die Gewinne.

  • Schweiz: Die Steuerverwaltung prüft fünf Kriterien. Sicher privat bist du, wenn du Wertpapiere mindestens sechs Monate hältst, dein jährliches Handelsvolumen höchstens das Fünffache des Depotwerts beträgt, die Kursgewinne weniger als die Hälfte deines Einkommens ausmachen, du nicht auf Kredit handelst und Derivate nur zur Absicherung einsetzt. Wer ein Kriterium verfehlt, ist nicht automatisch Händler, wird aber im Einzelfall geprüft.
  • Singapur: Entscheidend sind Häufigkeit, Haltedauer, Fremdfinanzierung und die Absicht beim Kauf. Wer vom Trading lebt, gilt in der Regel als gewerblich.
  • Zypern: Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren sind auch bei häufigem Handel steuerfrei. Das macht Zypern zum beliebtesten EU-Standort für Trader. Für Derivate und CFDs gilt das nicht ohne Weiteres, hier lohnt die Prüfung im Einzelfall.
  • VAE, Monaco, Bahamas: Ohne Einkommensteuer stellt sich die Frage für Privatpersonen nicht.
  • Panama, Paraguay, Georgien: Solange Broker und Märkte im Ausland liegen, bleiben die Gewinne ausländische Einkünfte und damit steuerfrei.

Krypto

Bei Kryptowährungen weichen viele Länder von ihren Regeln für Aktien ab. Steuerfrei für Privatpersonen sind Gewinne in Monaco, den VAE, auf den Bahamas, in der Schweiz, in Liechtenstein, Georgien und Singapur sowie nach dem Territorialprinzip in Panama und Paraguay. Zypern nimmt seit 2026 pauschal 8 Prozent, Thailand stellt Gewinne über lizenzierte inländische Börsen bis Ende 2029 frei.

Was oft übersehen wird: Auch Deutschland besteuert Krypto nicht, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Portugal stellt Gewinne nach 365 Tagen Haltedauer ebenfalls frei. Wer langfristig hält, muss für Krypto allein nicht auswandern.

Was Deutschland weiter besteuert

Der Umzug in ein Land ohne Kapitalertragsteuer beendet die deutsche Steuerpflicht nicht automatisch. Diese fünf Punkte entscheiden, ob die Rechnung aufgeht.

  • Wohnsitz wirklich aufgeben: Solange dir in Deutschland eine Wohnung zur Verfügung steht, bleibst du unbeschränkt steuerpflichtig, und zwar mit deinem Welteinkommen. Die bekannte 183-Tage-Regel hilft dir dann nicht.
  • Wegzugsbesteuerung: Wer mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft hält, versteuert beim Wegzug den fiktiven Veräußerungsgewinn. Seit 2025 gilt das auch für Fonds- und ETF-Anteile ab 500.000 Euro Anschaffungskosten je Fonds (Gesetze im Internet). Einzelaktien im Streubesitz, Anleihen und Krypto sind nicht betroffen. Details in Wegzugsbesteuerung.
  • Erweiterte beschränkte Steuerpflicht: Wer in ein Niedrigsteuerland zieht und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behält, bleibt nach § 2 AStG bis zu zehn Jahre mit deutschen Einkünften erweitert steuerpflichtig (Gesetze im Internet).
  • Quellensteuer bleibt: Auf Dividenden deutscher Aktien behält Deutschland weiter 26,375 Prozent ein. Mit einem Doppelbesteuerungsabkommen bekommst du den Teil über 15 Prozent auf Antrag zurück, ohne Abkommen wie bei Paraguay nichts. Dasselbe gilt sinngemäß für die Schweiz mit 35 Prozent und die USA mit 30 Prozent.
  • Depot umziehen: Viele deutsche Broker kündigen Kunden ohne Wohnsitz in Deutschland oder der EU. Eröffne vor dem Wegzug ein Depot bei einem internationalen Broker und kläre, ob der Übertrag als Verkauf gewertet wird.

Für Österreicher gelten eigene Regeln beim Wegzug, siehe Wegzugsbesteuerung Österreich.

Häufige Fragen

Monaco, die VAE und die Bahamas besteuern Kapitalerträge gar nicht. Zypern, die Schweiz, Liechtenstein und Singapur stellen private Kursgewinne frei. Panama, Paraguay und Georgien besteuern Kapitalerträge aus dem Ausland nicht, Malta und Thailand nur, wenn das Geld ins Land überwiesen wird.

Vollständig steuerfrei ist nur Monaco. Zypern stellt Kursgewinne frei und für Non-Doms auch Dividenden und Zinsen. Kursgewinne auf Aktien sind außerdem steuerfrei in der Schweiz, in Liechtenstein und Malta sowie nach einer Haltefrist in Luxemburg, der Slowakei, Tschechien, Slowenien und Georgien.

Bei null Prozent in Monaco und für Non-Doms auf Zypern. Unter den Ländern mit Steuer liegt Rumänien mit 1 Prozent auf Kursgewinne vorn, gefolgt von Belgien und Bulgarien mit 10 Prozent. Bei Dividenden sind Bulgarien, Griechenland und Georgien mit 5 Prozent am günstigsten. Am höchsten besteuert Dänemark mit 42 Prozent.

Nein. Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen sind steuerfrei, Dividenden und Zinsen werden nicht einzeln besteuert. Stattdessen wird ein fiktiver Ertrag von 4 Prozent auf das Reinvermögen dem Einkommen zugerechnet, was einer niedrigen Vermögenssteuer entspricht. Eine Aufenthaltsbewilligung ist allerdings sehr schwer zu bekommen.

Null Prozent auf Gewinne aus Aktien, ETFs, Anleihen und Fonds. Non-Doms zahlen 17 Jahre lang auch auf Dividenden und Zinsen keine Steuer, nur den Gesundheitsbeitrag von 2,65 Prozent. Gewinne aus Krypto kosten seit 2026 pauschal 8 Prozent, Gewinne aus zypriotischen Immobilien 20 Prozent.

In Monaco, den VAE, auf Zypern, in der Schweiz, in Liechtenstein, Singapur, Hongkong und auf den Bahamas generell. In Panama, Paraguay und Georgien, solange das Depot im Ausland liegt. In Luxemburg, der Slowakei und Tschechien nach Ablauf der Haltefrist.

Ja, wenn du den Wohnsitz in Deutschland vollständig aufgibst und im neuen Land steuerlich ansässig wirst. Vorher zu klären sind die Wegzugsbesteuerung bei Beteiligungen ab 1 Prozent und bei großen Fondspositionen sowie die erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Die Quellensteuer auf deutsche Dividenden bleibt in jedem Fall.

Nein. Besteuert wird nach deinem Wohnsitz, nicht nach dem Ort des Depots. Banken in fast allen Ländern melden Konten und Erträge über den automatischen Informationsaustausch an dein Wohnsitzfinanzamt.

Die meisten. In Europa erheben nur die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Spanien und in Teilen Frankreich, Italien, Belgien und die Niederlande eine Steuer auf Vermögen. Monaco, Zypern, Malta, die VAE, Panama und Paraguay kennen keine. Eine Übersicht steht im Ratgeber Steueroasen.

Das hängt vom Land ab. Auf Zypern genügen 60 Tage, wenn du sonst nirgends ansässig bist, in Paraguay in der Praxis rund 120 Tage, in den meisten anderen Ländern 183 Tage. Wichtiger als die Zahl ist, dass du in keinem anderen Land, vor allem nicht in Deutschland, einen Wohnsitz behältst.

Zusammenfassung

Länder ohne Kapitalertragsteuer gibt es in drei Varianten: Länder ganz ohne Einkommensteuer wie Monaco, die VAE und die Bahamas, Länder mit Territorial- oder Remittance-Prinzip wie Panama, Paraguay, Georgien, Malta und Thailand, und Länder, die private Kursgewinne freistellen wie Zypern, die Schweiz, Liechtenstein und Singapur.

Für die meisten Anleger aus Deutschland und Österreich ist Zypern die beste Kombination aus EU-Freizügigkeit, null Prozent auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen und geringer Mindestaufenthaltsdauer. Wer mehr Vermögen mitbringt, schaut auf Dubai oder Monaco, wer einen günstigen Plan B sucht, auf Paraguay.

Bevor du umziehst, kläre die deutsche Seite: Wohnsitzaufgabe, Wegzugsbesteuerung, erweiterte beschränkte Steuerpflicht und den Umzug des Depots. Wenn du wissen willst, welches Land zu deinem Depot und deiner Lebenssituation passt, buche ein Erstgespräch.

Quellen

  1. Tax Foundation Europe, 2026 Capital Gains Tax Rates in Europe: taxfoundation.org
  2. Tax Foundation Europe, Dividend Tax Rates in Europe: taxfoundation.org
  3. Einkommensteuergesetz, § 32d Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen: gesetze-im-internet.de
  4. PwC Tax Summaries, Zypern, Einkommensteuer und Special Defence Contribution: taxsummaries.pwc.com
  5. PwC Tax Summaries, Schweiz, Einkommensteuer: taxsummaries.pwc.com
  6. PwC Tax Summaries, Liechtenstein, Income determination, Kapitalgewinne und Sollertrag: taxsummaries.pwc.com
  7. PwC Tax Summaries, Vereinigte Arabische Emirate, keine Einkommensteuer: taxsummaries.pwc.com
  8. PwC Tax Summaries, Georgien, Besteuerung nur georgischer Einkünfte: taxsummaries.pwc.com
  9. PwC Tax Summaries, Malta, Remittance-Prinzip für Non-Doms: taxsummaries.pwc.com
  10. PwC Tax Summaries, Singapur, Income determination: taxsummaries.pwc.com
  11. PwC Tax Summaries, Panama, Territorialprinzip: taxsummaries.pwc.com
  12. PwC Tax Summaries, Paraguay, Einkommensteuer 8 bis 10 Prozent: taxsummaries.pwc.com
  13. PwC Tax Summaries, Thailand, Remittance-Prinzip: taxsummaries.pwc.com
  14. PwC Tax Summaries, Belgien, Income determination, Steuer auf Kursgewinne ab 2026: taxsummaries.pwc.com
  15. Außensteuergesetz § 6 (Wegzugsbesteuerung) und § 2 (erweiterte beschränkte Steuerpflicht), Investmentsteuergesetz § 19: § 6 AStG, § 2 AStG, § 19 InvStG

Stand: September 2026. Steuersätze und Sonderregime ändern sich laufend, die Dividendensätze der Tax Foundation beziehen sich auf 2025. Die Angaben ersetzen keine steuerliche Beratung im Einzelfall.

Clemens Kohlbacher
Clemens KohlbacherGründer & Geschäftsführer, Global Setup

Clemens berät seit über zehn Jahren Unternehmer, Investoren und Familien bei internationaler Firmengründung, Steuerstrategie und Wohnsitzverlagerung. Sein Fokus: legale, banktaugliche Strukturen, die in der Praxis halten, nicht nur auf dem Papier.

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