Wer in der Schweiz ein Konto bekommt und ab welcher Summe
Schweizer Banken nehmen Kunden ohne Wohnsitz in der Schweiz an, aber nicht jeden und nicht zu Privatkundenkonditionen. Nachfolgend die Größenordnungen, mit denen du rechnen solltest.
| Punkt | Praxis |
| Mindesteinlage bei einer Vollbank | in der Regel 50.000 bis 100.000 CHF |
| Private Banking | deutlich höhere Schwellen, je nach Haus |
| Einlagensicherung | 100.000 CHF je Kunde und Bank über esisuisse |
| Eröffnung aus der Ferne | je nach Bank möglich, oft mit Videoidentifikation |
| Zuschläge für Nicht-Ansässige | üblich, Höhe je nach Bank |
Die Mindesteinlagen und die Deckung der Einlagensicherung haben wir im Ratgeber zum Offshore-Konto für zehn Bankplätze verglichen. Ein Depot ist meist einfacher zu bekommen als ein reines Zahlungskonto, weil die Bank am Wertpapiergeschäft verdient.
Steuern: was 35 Prozent Verrechnungssteuer für dich bedeuten
Das ist der Punkt, den die meisten unterschätzen. Die Schweiz behält auf Zinsen und Dividenden aus schweizerischer Quelle 35 Prozent ein, bevor überhaupt etwas auf deinem Konto landet.
Rückerstattung über das Doppelbesteuerungsabkommen
Mit Wohnsitz in Deutschland holst du dir über das Formular 85 bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung in der Regel 20 Prozentpunkte zurück, 15 Prozent werden auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Die Frist beträgt drei Jahre ab Ende des Kalenderjahres, in dem der Ertrag fällig wurde (Quelle 1). Wer den Antrag vergisst, verschenkt bares Geld.
Kein Bankgeheimnis gegenüber dem Finanzamt
Die Schweiz nimmt seit 2017 am automatischen Informationsaustausch teil. Kontostände und Erträge werden an dein Wohnsitzfinanzamt gemeldet. Ein Schweizer Konto ist damit ein Sicherheits- und Diversifikationsinstrument, kein Versteck. Erträge gehören in die Anlage KAP, genau wie bei der Sparkasse.
Wofür sich ein Schweizer Konto lohnt
Der Nutzen liegt nicht in der Steuer, sondern in der Struktur. Vier Argumente halten einer nüchternen Prüfung stand.
- Ein zweites Bankensystem außerhalb der EU und außerhalb des Zugriffs einer einzelnen Regierung.
- Der Franken als zweite Währung neben dem Euro.
- Ein Rechtsstaat mit langer Tradition im Umgang mit internationalem Vermögen und ausgebautem Private Banking.
- Handlungsfähigkeit, falls Konten im Heimatland eingefroren werden oder Kapitalverkehrskontrollen kommen.
Was du für die Eröffnung brauchst
Schweizer Banken prüfen die Herkunft des Vermögens gründlicher als Banken in vielen anderen Ländern. Je sauberer die Unterlagen, desto schneller die Zusage.
- Reisepass und Wohnsitznachweis, oft mit Beglaubigung
- Nachweis der Vermögensherkunft, etwa Verkaufsvertrag, Jahresabschlüsse, Lohnabrechnungen oder Steuerbescheide
- Angaben zur beruflichen Tätigkeit und zur geplanten Kontonutzung
- Bei Firmenkonten zusätzlich Handelsregisterauszug, Gesellschaftervertrag und wirtschaftlich Berechtigte
Wir wählen die passende Bank aus, bereiten die Unterlagen so auf, wie die Compliance sie sehen will, und begleiten dich bis zur aktiven Kontoverbindung.
Quellen
- Verrechnungssteuer von 35 Prozent, Rückerstattung über das Doppelbesteuerungsabkommen und Dreijahresfrist: ch.ch, Bundesportal
- Einlagensicherung von 100.000 CHF je Kunde und Bank: esisuisse
- Automatischer Informationsaustausch der Schweiz seit 2017: Staatssekretariat für internationale Finanzfragen
Stand: September 2026. Konditionen und Mindesteinlagen unterscheiden sich je nach Bank und werden vor jedem Antrag geprüft.