Freezone oder Mainland
Die erste Entscheidung bestimmt Kosten, Aufwand und was du geschäftlich darfst. Für die meisten Mandanten aus dem deutschsprachigen Raum ist die Freihandelszone der passende Weg, Mainland lohnt sich, sobald du direkt an Kunden in den Emiraten verkaufst.
| Freezone | Mainland |
| Lizenz von | der jeweiligen Freihandelszone | der Wirtschaftsbehörde des Emirats |
| Geschäft im Inland | eingeschränkt, in der Regel nur B2B über Vermittler | uneingeschränkt, auch Endkunden und Aufträge der Verwaltung |
| Büro | Flexi-Desk genügt meist | eigenes Büro mit Mietvertrag (Ejari) nötig |
| Kosten im ersten Jahr | rund 18.000 bis 34.000 AED mit einem Visum | ab rund 35.000 bis 45.000 AED |
| Körperschaftsteuer | 0 Prozent auf qualifizierte Einkünfte, sonst 9 Prozent | 9 Prozent über 375.000 AED Gewinn |
| Typisch für | Beratung, Software, Onlinehandel, Holding | Handel vor Ort, Gastronomie, Dienstleistung mit lokalen Kunden |
Die Wahl der Zone ist kein Detail. Sie entscheidet über die erlaubten Tätigkeiten, die Zahl der Visa und die laufenden Gebühren. Wir vergleichen für dich die Zonen, die zu deiner Tätigkeit passen, statt pauschal die günstigste zu nehmen.
Kosten 2026
Die Angebote am Markt sind schwer vergleichbar, weil Lizenz, Adresse, Visum und Behördengebühren oft getrennt ausgewiesen werden. Diese Größenordnungen solltest du kennen:
- Freezone im ersten Jahr: rund 18.000 bis 34.000 AED inklusive Lizenz, Flexi-Desk und einem Visum. Reine Lizenzen ohne Visum starten in günstigen Zonen bei rund 10.000 AED.
- Mainland im ersten Jahr: ab rund 35.000 bis 45.000 AED, vor allem wegen des Pflichtbüros und der höheren Behördengebühren.
- Laufend ab dem zweiten Jahr: in der Freezone etwa 4.000 bis 5.000 Euro für Lizenzverlängerung, Establishment Card und Servicegebühren, im Mainland eher 6.000 bis 7.500 Euro.
- Nebenkosten: medizinischer Test und Emirates ID je Person, Kautionen bei einzelnen Zonen, Buchhaltung und Jahresabschluss.
Unsere Pakete oben decken Gründung, Konto und Visum als Festpreis ab. Behördengebühren der Zone rechnen wir transparent durch, wir schlagen darauf nichts auf.
Steuern in den Emiraten
Die Emirate sind kein steuerfreier Raum mehr, aber weiterhin niedrig besteuert. Das gilt seit der Einführung der Körperschaftsteuer im Juni 2023.
- Einkommensteuer: keine, weder auf Gehälter noch auf Dividenden, Zinsen oder Kursgewinne.
- Körperschaftsteuer: 9 Prozent auf Gewinne über 375.000 AED, darunter 0 Prozent.
- Freezone: Wer als qualifizierte Freezone-Gesellschaft gilt, zahlt auf qualifizierte Einkünfte 0 Prozent. Dafür braucht es echte Substanz vor Ort, saubere Abgrenzung der Tätigkeiten und eine geprüfte Buchhaltung.
- Kleine Unternehmen: Bis 3 Millionen AED Umsatz lässt sich die Small Business Relief wählen, dann gilt der Gewinn als null. Diese Erleichterung ist befristet und läuft für Steuerperioden bis Ende 2026.
- Mehrwertsteuer: 5 Prozent, Registrierung ab 375.000 AED Umsatz im Jahr.
- Große Konzerne: Für Gruppen ab 750 Millionen Euro Umsatz gilt zusätzlich eine Mindestbesteuerung von 15 Prozent.
Ablauf und Dauer
Von der Entscheidung bis zum funktionierenden Setup vergehen in der Regel vier bis sechs Wochen. Die Lizenz selbst ist der schnellste Teil.
- Tag 1 bis 3: Auswahl von Zone und Lizenzart, Namensreservierung, Zusammenstellung der Unterlagen.
- Tag 3 bis 10: Einreichung und Ausstellung der Lizenz, in der Freezone oft in drei bis sieben Werktagen, im Mainland ein bis zwei Wochen.
- Woche 2 bis 4: Einreise, medizinischer Test, Biometrie, danach Aufenthaltsvisum und Emirates ID.
- Woche 3 bis 6: Eröffnung des Firmenkontos, dafür verlangen die meisten Banken Visum und Emirates ID.
- Laufend: Buchhaltung, Körperschaftsteuererklärung, Verlängerung der Lizenz und Meldungen wie UBO.
Persönlich vor Ort sein musst du nur für Biometrie, medizinischen Test und in der Regel die Kontoeröffnung. Wir begleiten dich zu diesen Terminen.
Was Deutschland weiter besteuert
Eine Firma in Dubai verlagert die Steuerpflicht nicht automatisch. Entscheidend ist, wo die Geschäftsleitung tatsächlich sitzt und wo du wohnst.
- Ort der Geschäftsleitung: Wer die Firma faktisch aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz führt, hat dort eine steuerpflichtige Gesellschaft, unabhängig vom Eintrag in Dubai.
- Wohnsitz: Erst der echte Umzug beendet die unbeschränkte Steuerpflicht. Details im Ratgeber Wegzugsbesteuerung.
- Anteile: Wer mindestens 1 Prozent an einer Kapitalgesellschaft hält, löst beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung aus.
- Substanz: Büro, Personal und Entscheidungen vor Ort sind kein Formalismus, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Struktur hält.
Deshalb klären wir die steuerliche Seite vor der Gründung, nicht danach. Eine Übersicht über die Alternativen findest du im Ratgeber zu den Steueroasen, zur Aufenthaltsseite geht es unter Dubai Residency.
Quellen
- Körperschaftsteuer in den VAE, Sätze, Freezone-Regeln und Registrierung: Federal Tax Authority, Finanzministerium der VAE
- Mehrwertsteuer und Registrierungsschwelle: Federal Tax Authority
- Kosten für Gründung und laufenden Betrieb, Freezone und Mainland im Vergleich: Engel und Völkers, The Key Advisory
- Ablauf, Dauer und Praxis der Gründung: Ratgeber Firma in Dubai gründen
Stand: September 2026. Gebühren der Freihandelszonen und Behörden ändern sich laufend, die genannten Beträge sind Richtwerte. Die Angaben ersetzen keine steuerliche Beratung im Einzelfall.