Rund 289.000 Deutsche haben 2025 das Land verlassen, so viele wie seit Jahren nicht. Die Schweiz, Österreich und Spanien bleiben die häufigsten Ziele, doch die Länder, in denen Auswanderer laut Umfragen am zufriedensten sind, liegen ganz woanders: Panama, Mexiko, Thailand und die Emirate. Die Frage, wohin du auswandern sollst, hat deshalb keine pauschale Antwort. Sie hängt davon ab, was du verdienst, wie du dein Geld verdienst und was du dir vom neuen Land erwartest.
Nachfolgend findest du die aktuellen Auswanderungszahlen, die sieben Kriterien, nach denen wir in der Beratung ein Zielland auswählen, zehn Länder im direkten Vergleich mit Steuern, Aufenthaltsrecht und Kosten, und eine Empfehlung nach Profil: für Unternehmer, Investoren, Rentner, Familien, digitale Nomaden und alle mit kleinem Budget.
Vorab: Wir beraten seit über zehn Jahren Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Wegzug und haben in den meisten hier genannten Ländern selbst gelebt oder gearbeitet. Die Angaben haben den Stand September 2026 und sind mit Quellen belegt, ersetzen aber keine Rechts- oder Steuerberatung.
Gründe
Wer über den Wegzug nachdenkt, hat selten nur ein Motiv. In den Erstgesprächen mit unseren Mandanten tauchen immer dieselben fünf Gründe auf, meist in Kombination.
Steuern und Abgaben: In Deutschland liegt der Spitzensatz inklusive Solidaritätszuschlag bei 47,5 Prozent, in Österreich bei 55 Prozent (PwC). Mit Sozialabgaben bleibt Leistungsträgern oft weniger als die Hälfte des Bruttos.
Lebenshaltungskosten: Miete, Energie und Lebensmittel sind seit 2021 spürbar teurer geworden. Mit demselben Einkommen lebt man in Südeuropa, Lateinamerika oder Südostasien deutlich besser.
Klima: 250 Sonnentage statt grauer Winter, ein Punkt, den vor allem Rentner und Familien nennen.
Sicherheit und Politik: Unzufriedenheit mit der politischen Richtung, Bürokratie und dem Gefühl, dass Leistung nicht mehr belohnt wird. Die Sorge vor einem Krieg in Europa haben wir im Ratgeber Krieg in Deutschland, wohin auswandern? gesondert behandelt.
Karriere und Freiheit: Ortsunabhängige Arbeit macht den Wohnsitz zur freien Entscheidung. Wer online verdient, kann dort leben, wo Steuern, Kosten und Lebensqualität am besten zusammenpassen.
Auswanderungszahlen 2025
Das Statistische Bundesamt hat die Wanderungsstatistik für 2025 am 1. Juni 2026 veröffentlicht. Sie zeigt zwei Dinge: Deutschland gewinnt insgesamt Einwohner, verliert aber seit 2005 jedes Jahr mehr eigene Staatsbürger an das Ausland als zurückkommen (Destatis).
Auffällig ist, wie stark Nähe und Sprache die Wahl bestimmen. Drei der fünf Top-Ziele sind Nachbarländer. Wer aber fragt, wo Auswanderer nach dem Umzug tatsächlich zufrieden sind, bekommt ein anderes Bild. Im Expat Insider 2026 von InterNations, einer Umfrage unter Auswanderern in 31 Ländern, führen Panama, Mexiko, Thailand, die VAE und Brasilien. Spanien liegt auf Platz 6, Portugal auf Platz 8. Die Schweiz landet auf Platz 22, Österreich auf 23, Deutschland auf 30, nur Norwegen schneidet schlechter ab (InterNations).
Der Grund für die Diskrepanz: Die Schweiz und Österreich punkten bei Einkommen, Sicherheit und Infrastruktur, verlieren aber bei Kosten, Wohnungssuche und vor allem beim Ankommen. Freunde zu finden und sich zu Hause zu fühlen fällt Auswanderern dort schwer. In Panama sagen 87 Prozent, dass sie mit ihrem Leben zufrieden sind, weltweit sind es 70 Prozent (InterNations).
Kriterien
Bevor du dich in Länderlisten verlierst, solltest du wissen, was für dich zählt. Diese sieben Faktoren prüfen wir in der Beratung bei jedem Zielland, in dieser Reihenfolge.
Aufenthaltsrecht: Kommst du überhaupt rein und darfst du bleiben? Innerhalb der EU und in der Schweiz gilt Freizügigkeit. Überall sonst brauchst du ein Visum, das an Einkommen, Vermögen, Alter oder eine Firmengründung geknüpft ist.
Steuern: Nicht der nominale Satz zählt, sondern wie dein Einkommen behandelt wird. Angestellte, Unternehmer mit Auslandskunden, Investoren mit Dividenden und Rentner mit gesetzlicher Rente werden im selben Land völlig unterschiedlich besteuert.
Lebenshaltungskosten: Ein niedriger Steuersatz nützt wenig, wenn Miete und Krankenversicherung den Vorteil auffressen, siehe Schweiz und Dubai.
Sprache und Kultur: Mit Englisch kommst du in den Emiraten, auf Zypern und in Thailand durch. In Paraguay, Panama und Spanien brauchst du auf Dauer Spanisch.
Sicherheit und Gesundheit: Kriminalität, politische Stabilität und die Qualität der privaten Krankenhäuser. Eine internationale Krankenversicherung gehört in fast allen Ländern außerhalb der EU dazu.
Distanz: Vier Flugstunden nach Zypern oder zwölf nach Paraguay machen im Alltag mit Familie und Kunden einen großen Unterschied.
Perspektive: Führt der Aufenthalt zu einem dauerhaften Status oder einer zweiten Staatsbürgerschaft? Paraguay und Portugal ja, Thailand und die VAE praktisch nicht.
Dazu kommt ein Punkt, der nicht das Zielland betrifft, sondern dich: Wer mindestens 1 Prozent an einer GmbH oder ähnlichen Kapitalgesellschaft hält, löst beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung aus. Das gehört vor die Länderwahl, nicht dahinter.
Vergleichstabelle Länder
Die Tabelle zeigt die zehn Länder, die bei unseren Mandanten am häufigsten in die engere Wahl kommen. Die Steuerspalte beschreibt die Besteuerung von Privatpersonen mit Wohnsitz im Land, die Kosten sind Richtwerte für eine Einzelperson inklusive Miete aus unserer Beratungspraxis.
Land
Steuern privat
Aufenthalt
Kosten pro Monat
Schweiz
21,9 bis 43,2 % Spitzensatz
Freizügigkeit
3.500 bis 4.500 CHF
Österreich
bis 55 %
Freizügigkeit
2.000 bis 2.500 €
Spanien
bis 47 %, Zuzügler 24 %
Freizügigkeit
1.800 bis 2.500 €
Portugal
bis 48 %, IFICI 20 %
Freizügigkeit
1.800 bis 2.500 €
Zypern
0 % auf Dividenden, sonst bis 35 %
Freizügigkeit
1.800 bis 2.500 €
VAE
0 %
Visum über Firma oder Immobilie
3.000 bis 4.500 €
Thailand
Auslandseinkommen nur bei Überweisung
Visum, ab 50 leichter
1.500 bis 2.500 €
Paraguay
0 % auf Auslandseinkommen
Residenz ohne Investment
800 bis 1.200 €
Panama
0 % auf Auslandseinkommen
Visum über Firma oder Investment
1.800 bis 2.500 USD
USA
bis 37 % Bund plus Staat
Visum, schwer
3.500 bis 5.000 USD
Für die fünf Länder, die wir am häufigsten empfehlen, haben wir ein eigenes Video gemacht.
Die Länder im Detail
Zu jedem Land die Punkte, die in der Praxis den Ausschlag geben: Wer kommt rein, was zahlt man, was kostet das Leben, und für wen passt es nicht.
Schweiz
Das mit Abstand beliebteste Ziel, und das aus gutem Grund: hohe Löhne, Sicherheit, Sauberkeit, funktionierender Staat und dank Freizügigkeitsabkommen ein einfacher Zuzug für Deutsche und Österreicher. Die Einkommensteuer wird auf drei Ebenen erhoben, deshalb schwankt der Spitzensatz 2026 zwischen 21,90 Prozent in Zug und 43,24 Prozent in Genf (PwC). Private Kursgewinne auf Aktien und Krypto sind steuerfrei, dafür gibt es eine Vermögenssteuer.
Die Kehrseite sind die Kosten. Miete, Lebensmittel und die private Grundversicherung sind die höchsten in Europa, und ohne Anstellung musst du je nach Kanton 3.000 bis 4.000 Franken passives Monatseinkommen oder ein Vermögen von 100.000 bis 200.000 Franken nachweisen. Im Expat Insider landet die Schweiz bei der Eingewöhnung auf Platz 26 von 31 (InterNations). Details in Auswandern in die Schweiz und Schweiz Steuern.
Passt für: Angestellte und Selbstständige mit hohem Einkommen, Familien, die Nähe und Sicherheit wollen. Passt nicht für: Rentner und Auswanderer mit kleinem Budget.
Österreich
Platz zwei der Statistik, vor allem wegen Sprache, Nähe und Bergen. Steuerlich bringt Österreich keinen Vorteil, der Spitzensatz liegt bei 55 Prozent ab einer Million Euro Einkommen (PwC), Kapitalerträge kosten 27,5 Prozent. Dafür sind Bürokratie und Lebenshaltungskosten für Deutsche vertraut, Wien wird regelmäßig zur lebenswertesten Stadt gewählt, und Salzburg, Tirol und Vorarlberg ziehen viele aus Bayern und Baden-Württemberg an.
Passt für: Alle, denen Lebensqualität wichtiger ist als Steuern, Pendler und Familien. Passt nicht für: Wer aus steuerlichen Gründen geht. Wer aus Österreich weiterzieht, sollte die Wegzugsbesteuerung in Österreich kennen.
Spanien
Klima, Meer, Preise und eine der größten deutschen Communities der Welt, vor allem auf Mallorca, den Kanaren und an der Costa Blanca. Spanien liegt im Expat Insider auf Platz 6 und bei der Lebensqualität ganz vorne (InterNations). Steuerlich ist es Durchschnitt: Die Einkommensteuer reicht je nach Region bis 47 Prozent, Kapitalerträge werden mit 19 bis 30 Prozent besteuert, und ab 700.000 Euro Vermögen greift in vielen Regionen eine Vermögenssteuer (PwC).
Eine Ausnahme ist die Sonderregel für zuziehende Arbeitnehmer, bekannt als Beckham-Regel: Wer mit einem Arbeitsvertrag oder als Remote-Angestellter nach Spanien kommt, zahlt sechs Jahre lang pauschal 24 Prozent auf sein Arbeitseinkommen bis 600.000 Euro, und Auslandseinkünfte bleiben in dieser Zeit weitgehend außen vor. Für Selbstständige und Rentner gilt sie nicht.
Passt für: Rentner, Familien, Angestellte mit Remote-Vertrag, alle, denen Lebensqualität wichtiger ist als der letzte Steuerprozentpunkt. Passt nicht für: Unternehmer mit hohen Gewinnen und Investoren mit großem Vermögen.
Portugal
Lissabon und die Algarve waren zehn Jahre lang der Geheimtipp für Rentner und Nomaden, vor allem wegen des NHR-Regimes. Das ist seit 2024 Geschichte. Der Nachfolger IFICI richtet sich nur noch an bestimmte Berufe in Forschung, Technologie und Start-ups: 20 Prozent auf das portugiesische Erwerbseinkommen für zehn Jahre, die meisten Auslandseinkünfte bleiben steuerfrei, Rentner und reine Kapitalanleger sind ausgeschlossen. Ohne Sonderregime zahlst du progressiv 12,5 bis 48 Prozent (PwC).
Geblieben sind mildes Klima, Sicherheit, ein entspanntes Tempo und der Weg zur Staatsbürgerschaft, der allerdings gerade verlängert wird. Die Mieten in Lissabon und Porto sind seit 2019 stark gestiegen, im Landesinneren lebt es sich weiter günstig. Platz 8 im Expat Insider (InterNations).
Passt für: Fachkräfte in IT und Forschung mit IFICI, Rentner mit moderatem Budget abseits der Hauptstadt, Familien. Passt nicht für: Wer Portugal wegen der alten Steuerregeln auf der Liste hat.
Zypern
Das steuerlich attraktivste Land innerhalb der EU für Unternehmer und Investoren. Als Non-Dom zahlst du 17 Jahre lang keine Steuer auf Dividenden und Zinsen, Kursgewinne aus Aktien sind steuerfrei, Krypto wird pauschal mit 8 Prozent besteuert, die Einkommensteuer beginnt erst ab 22.000 Euro und endet bei 35 Prozent (PwC). Die Körperschaftsteuer liegt seit 2026 bei 15 Prozent. Steuerresidenz erreichst du schon mit 60 Tagen im Jahr, wenn du sonst nirgends ansässig bist.
Als EU-Bürger reist du mit dem Personalausweis ein und beantragst den Yellow Slip. Englisch reicht im Alltag, Flüge nach Mitteleuropa dauern rund vier Stunden. Nachteile: Hitze im Sommer, Mieten in Limassol auf Münchner Niveau, Bürokratie und Linksverkehr. Alles Weitere in Zypern auswandern und Zypern Steuern.
Passt für: Unternehmer mit Auslandskunden, Trader, Investoren, Rentner mit Betriebs- oder Privatrente. Passt nicht für: Angestellte mit lokalem Gehalt und alle, die Berge und vier Jahreszeiten brauchen.
Vereinigte Arabische Emirate
Keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer (PwC). Firmen zahlen seit 2023 9 Prozent auf Gewinne über 375.000 Dirham, in der Freezone unter Bedingungen 0 Prozent. Dubai und Abu Dhabi gehören zu den sichersten Städten der Welt, die Infrastruktur ist erstklassig, und im Expat Insider liegen die VAE auf Platz 4 (InterNations).
Den Aufenthalt bekommst du über eine Firmengründung in Dubai oder eine Immobilie ab 750.000 Dirham, mit 2 Millionen Dirham als Golden Visa für zehn Jahre. Teuer sind Miete, internationale Schulen und Lebensmittel, günstig Autos, Benzin und Dienstleistungen. Die Sommer sind mit über 40 Grad hart, eine Staatsbürgerschaft gibt es praktisch nicht.
Passt für: Unternehmer und Selbstständige ab etwa 150.000 Euro Jahresgewinn, Investoren, Familien mit Budget für Privatschulen. Passt nicht für: Rentner mit fester Rente und alle, die Natur und Jahreszeiten brauchen.
Thailand
Das Land mit den glücklichsten Auswanderern weltweit, Platz 3 im Expat Insider 2026 und Platz 1 bei der Zufriedenheit mit dem Leben (InterNations). Dazu niedrige Kosten, gutes Essen, moderne Privatkliniken und eine große Community. Steuerlich gilt seit 2024 das Remittance-Prinzip: Auslandseinkommen wird besteuert, sobald du es nach Thailand überweist, progressiv bis 35 Prozent (PwC). Wer unter 180 Tagen im Jahr bleibt, ist nicht steueransässig.
Der schwierigste Punkt ist das Visum. Ohne Visum sind seit dem 15. September 2026 nur noch 30 Tage möglich, das DTV für Ortsunabhängige läuft fünf Jahre mit 180 Tagen je Einreise, Rentner ab 50 bekommen ein Non-O mit 800.000 Baht auf dem Konto. Eine Perspektive auf Daueraufenthalt oder Pass gibt es kaum. Alle Visa, Kosten und Meldepflichten in Thailand auswandern.
Passt für: Rentner ab 50, digitale Nomaden, alle, denen Lebensqualität pro Euro wichtiger ist als ein dauerhafter Status. Passt nicht für: Familien mit schulpflichtigen Kindern ohne Budget für internationale Schulen, und alle, die Sicherheit über einen dauerhaften Aufenthaltsstatus wollen.
Paraguay
Das günstigste Ticket zu einem echten zweiten Wohnsitz. Die Residenz gibt es ohne Mindestinvestment, die Behördengebühr liegt bei rund 400 Euro, mit Apostillen und Agentur zahlst du 3.000 bis 5.000 Euro pro Person. Paraguay besteuert nur Einkommen aus paraguayischer Quelle, Dividenden, Kursgewinne und Honorare aus dem Ausland bleiben steuerfrei, lokales Einkommen kostet 8 bis 10 Prozent (PwC). Nach der permanenten Residenz ist die Staatsbürgerschaft möglich.
Wichtig: Es gibt kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, und Paraguay ist ein Land mit schwacher Infrastruktur, Hitze bis 40 Grad und zwölf Flugstunden ab Madrid. Viele unserer Mandanten nutzen es als Plan B und Steuerwohnsitz, nicht als Ort, an dem sie das ganze Jahr verbringen. Der komplette Ablauf steht in Paraguay auswandern.
Passt für: Unternehmer mit Auslandseinkommen, Perpetual Traveler, Rentner mit fester Rente, Familien mit Plan B. Passt nicht für: Wer europäische Infrastruktur und kurze Wege zur Familie braucht.
Panama
Zum dritten Mal in Folge das beste Land für Auswanderer im Expat Insider: 87 Prozent sind mit ihrem Leben zufrieden, 90 Prozent finden die Wohnungssuche einfach, und 37 Prozent der Befragten sind Rentner (InterNations). Das Steuersystem ist territorial, Auslandseinkommen bleibt steuerfrei (PwC), der US-Dollar ist Landeswährung, und Panama City hat die beste Infrastruktur Mittelamerikas.
Den Aufenthalt bekommst du über eine Firmengründung, eine Immobilie ab 300.000 US-Dollar oder als Rentner ab 1.000 US-Dollar Monatsrente. Rechne für den gängigen Weg mit rund 7.500 Euro. Nachteil: Panama steht auf der EU-Liste und der deutschen Liste der nicht kooperativen Steuergebiete, was Geschäfte mit deutschen Firmen und Beteiligungen aus Deutschland erschwert. Mehr in Panama auswandern.
Passt für: Rentner, Unternehmer mit internationalen Kunden, digitale Nomaden mit Affinität zu Lateinamerika. Passt nicht für: Unternehmer mit Geschäftsbeziehungen nach Deutschland und alle, die kein Spanisch lernen wollen.
USA
Der Klassiker, aber steuerlich kein Auswanderungsziel. Die USA besteuern Einwohner auf ihr Welteinkommen, der Spitzensatz des Bundes liegt bei 37 Prozent, dazu kommt in den meisten Bundesstaaten eine eigene Einkommensteuer. Florida, Texas, Nevada und einige weitere erheben keine (PwC). Der eigentliche Grund für die USA sind Karriere, Gehalt und Markt, nicht die Abgabenquote.
Die Hürde ist das Visum. Ohne Arbeitgeber, Familie oder eine Investition ab 800.000 US-Dollar für die EB-5 Green Card ist ein dauerhafter Aufenthalt schwer. Das E-2 Investorenvisum ist für Deutsche und Österreicher möglich, aber befristet und an ein aktives Unternehmen geknüpft. Krankenversicherung, Miete und Schulen kosten deutlich mehr als in Europa. Die Zahl der deutschen Fortzüge in die USA ist mit 8.900 auf dem niedrigsten Stand seit Jahren (Mediendienst Integration).
Passt für: Fachkräfte mit Arbeitgeber, Gründer mit US-Markt, Investoren mit Budget für EB-5. Passt nicht für: Rentner, Nomaden und alle, die Steuern sparen wollen. Eine US LLC braucht übrigens keinen Wohnsitz in den USA.
Sonderfälle
Drei Optionen, die in der Tabelle fehlen, aber in Beratungen regelmäßig vorkommen.
Monaco: keine Einkommensteuer, keine Vermögenssteuer, keine Kapitalertragsteuer, sehr sicher. Der Preis: ein Bankguthaben von meist 500.000 bis 1 Million Euro und Mieten ab 4.000 Euro für ein Studio. Details in Monaco Steuern.
Georgien: 360 Tage visumfrei, 20 Prozent Steuer nur auf Inlandseinkommen, Auslandseinkünfte steuerfrei, Kleinunternehmer zahlen 1 Prozent auf den Umsatz (PwC). Sehr günstig, aber politisch unruhig und ohne Weg zu einem stabilen Daueraufenthalt. Mehr in Georgien Steuern.
Perpetual Traveling: gar keinen festen Wohnsitz haben und in keinem Land steueransässig werden. Funktioniert nur mit sauberer Abmeldung, ohne Wohnung in Deutschland und mit Disziplin bei den Aufenthaltstagen. Wie das aussieht, erklären wir in Digitaler Nomade werden und in der Flaggentheorie.
Empfehlung nach Profil
Die Frage nach dem besten Land lässt sich nur mit einer Gegenfrage beantworten: Wer bist du, und wovon lebst du? Das sind die Kombinationen, die sich in unserer Beratung bewährt haben.
Profil
Erste Wahl
Alternativen
Unternehmer mit Auslandskunden
Zypern
VAE, Paraguay
Unternehmer ab 150.000 € Gewinn
VAE
Zypern, Monaco
Angestellte mit hohem Gehalt
Schweiz
Spanien mit Beckham-Regel
Investoren und Trader
Zypern
VAE, Schweiz
Rentner mit gesetzlicher Rente
Spanien
Portugal, Thailand, Panama
Familien mit Kindern
Österreich
Spanien, Zypern, Schweiz
Digitale Nomaden
Paraguay als Basis
Zypern, Thailand, Georgien
Kleines Budget
Paraguay
Georgien, Thailand
Plan B und Sicherheit
Schweiz
Paraguay, VAE
Zwei Hinweise zu den Rentnern: Die deutsche gesetzliche Rente bleibt in den meisten Fällen in Deutschland steuerpflichtig, egal wohin du ziehst. Und Länder ohne Sozialabkommen, etwa Thailand oder Paraguay, verlangen eine private Krankenversicherung, deren Beitrag mit dem Alter deutlich steigt. Beides gehört in die Rechnung, bevor du das Klima vergleichst.
Mit wenig Geld
Auswandern ist keine Frage des Vermögens, sondern der Relation zwischen Einkommen und Kosten. Mit 1.500 bis 2.000 Euro im Monat aus Rente oder Remote-Arbeit lebst du in Paraguay, Georgien, Thailand oder auf den Philippinen deutlich besser als in einer deutschen Großstadt. Innerhalb Europas sind Bulgarien, Montenegro und Teile Zyperns die günstigsten Optionen mit vertretbaren Steuern. Wichtig ist eine Reserve von sechs bis zwölf Monaten und eine geklärte Krankenversicherung, bevor du gehst. Zehn Länder mit Zahlen findest du im Ratgeber Wohin auswandern mit wenig Geld.
Typische Fehler
Die meisten Probleme, die uns Auswanderer nach dem Umzug schildern, wären mit einem Gespräch vor dem Umzug vermeidbar gewesen. Diese sechs sehen wir am häufigsten.
Land nach Urlaubserinnerung wählen: Zwei Wochen Strand sagen nichts über Behörden, Regenzeit, Schulen oder Ärzte. Lebe mindestens zwei bis drei Monate probeweise vor Ort, am besten außerhalb der Saison.
Wegzugsbesteuerung übersehen: Ab 1 Prozent Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft besteuert Deutschland beim Wegzug den fiktiven Verkaufsgewinn, effektiv rund 27 bis 28 Prozent des Wertzuwachses.
Erweiterte beschränkte Steuerpflicht ignorieren: Wer in ein Niedrigsteuerland zieht und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behält, bleibt bis zu zehn Jahre mit deutschen Einkünften erweitert steuerpflichtig (§ 2 AStG).
Wohnsitz nicht sauber aufgeben: Eine verfügbare Wohnung in Deutschland, auch das alte Kinderzimmer, kann die unbeschränkte Steuerpflicht am Leben halten. Zur Abmeldung gehört mehr als das Formular beim Einwohnermeldeamt, siehe Aus Deutschland abmelden.
Steuerresidenz im Zielland nicht erreichen: Wer nirgends ansässig ist, aber Konten und Firmen hat, bekommt Probleme mit Banken und mit dem alten Finanzamt. Sorge für eine Ansässigkeitsbescheinigung im neuen Land.
Krankenversicherung zu spät klären: Die gesetzliche Kasse endet mit der Abmeldung. Außerhalb der EU brauchst du eine internationale Police, und mit Vorerkrankungen wird der Abschluss ab 60 schwierig.
Häufige Fragen
2025 in die Schweiz (rund 22.700), nach Österreich (13.500), Spanien (9.700), in die USA (8.900) und nach Frankreich (5.700). Insgesamt zogen 288.579 Deutsche ins Ausland, rund 190.000 kehrten im selben Jahr zurück.
Für die Zufriedenheit der Auswanderer führt Panama den Expat Insider 2026 an, gefolgt von Mexiko, Thailand, den VAE und Brasilien. Für Unternehmer sind Zypern und die VAE die erste Wahl, für Angestellte die Schweiz, für Rentner Spanien, Portugal oder Thailand. Ein Land, das für alle passt, gibt es nicht.
In den VAE und in Monaco gibt es keine Einkommensteuer. Paraguay, Panama und Georgien besteuern nur Einkommen aus dem eigenen Land. Zypern stellt Dividenden und Zinsen für Non-Doms 17 Jahre frei. Eine Übersicht mit zwölf Ländern findest du im Ratgeber Steueroasen.
Für EU-Bürger in jedes EU-Land und die Schweiz, dank Freizügigkeit reicht die Anmeldung vor Ort. Außerhalb Europas ist Paraguay am einfachsten: Residenz ohne Mindestinvestment für rund 400 Euro Behördengebühr. Georgien erlaubt 360 Tage visumfreien Aufenthalt.
Spanien, Portugal und Österreich für kurze Wege, Sozialabkommen und gutes Gesundheitssystem. Thailand und Panama für niedrige Kosten und Klima, dort allerdings mit privater Krankenversicherung. Die deutsche gesetzliche Rente bleibt in der Regel in Deutschland steuerpflichtig.
Österreich und die Schweiz für Sprache, Schulen und Sicherheit, Spanien und Zypern für Klima und EU-Freizügigkeit. In den VAE sind die internationalen Schulen gut, kosten aber 10.000 bis 25.000 Euro pro Kind und Jahr.
Paraguay, Georgien, Thailand und die Philippinen. Mit 1.000 bis 2.000 Euro im Monat lebst du dort gut. In Europa sind Bulgarien, Montenegro und Teile Zyperns die günstigsten Optionen.
Innerhalb der EU reichen meist 5.000 bis 10.000 Euro für Umzug, Kaution und die ersten Monate. Für Paraguay rechnest du mit 3.000 bis 5.000 Euro pro Person für die Residenz, für Panama mit rund 7.500 Euro, für Dubai mit Firmengründung ab etwa 10.000 Euro im ersten Jahr. Dazu eine Reserve von sechs bis zwölf Monatsausgaben.
Auf deutsche Einkünfte wie Mieten, Renten oder Beteiligungen ja, beschränkt steuerpflichtig. Bei Wegzug in ein Niedrigsteuerland mit wesentlichen Interessen in Deutschland bis zu zehn Jahre erweitert. Und ab 1 Prozent GmbH-Beteiligung greift beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung.
Nach unserer Einschätzung die Schweiz durch Neutralität und Bunkerinfrastruktur, dazu die VAE, Paraguay, Panama und Uruguay durch die Entfernung zu Konfliktzonen. Die komplette Analyse steht im Ratgeber Krieg in Deutschland, wohin auswandern?.
Zusammenfassung
Die Statistik sagt Schweiz, Österreich, Spanien. Die Zufriedenheit der Auswanderer sagt Panama, Mexiko, Thailand. Und die Steuerlogik sagt Zypern, VAE, Paraguay. Alle drei Antworten sind richtig, für jeweils andere Menschen.
Entscheide deshalb in dieser Reihenfolge: Erst klären, ob du reinkommst und bleiben darfst. Dann prüfen, wie dein konkretes Einkommen im Zielland besteuert wird, nicht der nominale Spitzensatz. Dann Kosten, Sprache, Distanz und Perspektive abwägen. Und bevor du das Ticket buchst: Wegzugsbesteuerung, erweiterte beschränkte Steuerpflicht, Abmeldung und Krankenversicherung regeln.
Wenn du wissen willst, welches Land zu deiner Situation passt, buche ein Erstgespräch. Wir haben in den meisten dieser Länder selbst gelebt und begleiten den Wegzug seit über zehn Jahren.
Quellen
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 184 vom 1. Juni 2026, Wanderungen 2025: destatis.de
Mediendienst Integration, Wie viele Deutsche wandern aus? Zielländer und Rückkehrer 2025 nach Destatis, Stand 24. Juni 2026: mediendienst-integration.de
InterNations, Expat Insider 2026, The Best and Worst Countries for Expats, und Länderbericht Deutschland: internations.org, Germany in 2026
PwC Tax Summaries, Schweiz, Einkommensteuer auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene: taxsummaries.pwc.com
PwC Tax Summaries, Österreich, Einkommensteuer bis 55 Prozent: taxsummaries.pwc.com
PwC Tax Summaries, Spanien, Einkommensteuer und Sparertarif: taxsummaries.pwc.com
PwC Tax Summaries, USA, Bundessteuer 37 Prozent und Bundesstaaten ohne Einkommensteuer: taxsummaries.pwc.com, IRS, Substantial Presence Test: irs.gov
PwC Tax Summaries, Georgien, 20 Prozent auf Inlandseinkommen und Kleinunternehmerregime: taxsummaries.pwc.com
Stand: September 2026. Steuersätze, Visabedingungen und Lebenshaltungskosten ändern sich laufend, die Beträge sind Richtwerte. Die Angaben ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
Teilen
Clemens KohlbacherGründer & Geschäftsführer, Global Setup
Clemens berät seit über zehn Jahren Unternehmer, Investoren und Familien bei internationaler Firmengründung, Steuerstrategie und Wohnsitzverlagerung. Sein Fokus: legale, banktaugliche Strukturen, die in der Praxis halten, nicht nur auf dem Papier.
Deutschland sowie weitere Länder in der EU sind in den letzten Jahren aufgrund politischer Unsicherheit, hoher Steuern und wirtschaftlichen Problemen für Leistungsträger immer uninteressanter geworden. Entsprechend wande
Malta ist eine beliebte Steueroase in Europa und zieht nicht nur Touristen, sondern auch immer mehr Auswanderer. Neben dem schönen Wetter locken auch attraktive Steuervorteile viele Unternehmer und Investoren nach Malta.
Thailand gehört seit Jahren zu den beliebtesten Auswanderungszielen für Deutsche, Österreicher und Schweizer. Sonne, niedrige Lebenshaltungskosten und eine große Community sprechen dafür. Die Regeln für den Aufenthalt ha
2. Juli 2026·13 min Lesezeit
Unklarheit bei Steuern, Banking oder Auswandern?
Vereinbare ein 30-minütiges Gespräch mit einem Senior-Berater. Wir beantworten deine Fragen und erarbeiten den besten Weg zu deinen Zielen.
Wegzugsteuer, Krankenversicherung, falsches Land: Diese sieben Fehler kosten Auswanderer regelmäßig fünfstellige Beträge. Der Guide zeigt, wie du sie vermeidest, bevor du den Mietvertrag kündigst.
Wir senden dir den Guide und gelegentlich Hinweise zu Steuern und Auswandern. Kein Spam. Mehr erfahren
Kostenloser Guide
Offshore Konto eröffnen ohne Ablehnung
Welche Banken Deutsche, Österreicher und Schweizer 2026 noch annehmen, welche Unterlagen die Ablehnung verhindern und was das Konto wirklich kostet. In fünf Schritten, kostenlos per E-Mail.
Wir senden dir den Guide und gelegentlich Hinweise zu Banking und Steuern. Kein Spam. Mehr erfahren
Wir nutzen nur technisch notwendige Cookies. Optionale Statistik-Dienste laden erst nach deiner Zustimmung. Mehr erfahren