Die Frage, wohin man im Kriegsfall auswandern oder flüchten kann, stellen sich in Deutschland so viele Menschen wie seit Jahrzehnten nicht. Der Krieg in der Ukraine dauert an, die Bundeswehr spricht offen davon, bis 2029 kriegstüchtig sein zu müssen, und seit 2026 gibt es wieder einen Wehrdienst mit verpflichtender Erfassung. Gleichzeitig ist Panik ein schlechter Ratgeber.
Nachfolgend erfährst du, wie das Kriegsrisiko für Deutschland sachlich einzuschätzen ist, was sich im Spannungs- oder Verteidigungsfall rechtlich ändert, nach welchen Kriterien ein Land als sicher gilt, welche 13 Länder sich als Ziel eignen, wo man innerhalb Deutschlands am sichersten ist und wie du einen Plan B aufbaust, bevor du ihn brauchst.
Vorab: Niemand kann einen Krieg vorhersagen, und dieser Artikel tut es auch nicht. Wir begleiten seit über zehn Jahren Menschen beim Aufbau eines zweiten Wohnsitzes und sehen, dass sich ein Plan B nur in ruhigen Zeiten sauber aufsetzen lässt. Alle Angaben haben den Stand September 2026 und sind mit Quellen belegt, ersetzen aber keine Rechtsberatung.
Kriegsrisiko in Deutschland
Wie wahrscheinlich ein Krieg in Deutschland ist, lässt sich nicht in Prozent ausdrücken. Es gibt aber belastbare Aussagen der zuständigen Stellen, und die solltest du kennen, bevor du Schlagzeilen bewertest.
Die Einschätzung der Bundeswehr: Generalinspekteur Carsten Breuer nennt 2029 als das Jahr, bis zu dem Russland nach Aufrüstung und Personalaufbau in der Lage sein könnte, NATO-Gebiet anzugreifen. Er betont ausdrücklich: Das heißt nicht, dass Russland dann angreift, sondern dass es dazu fähig wäre (Bundeswehr).
Deutschlands Rolle: Im Bündnisfall wäre Deutschland nicht Frontstaat, sondern Drehscheibe für den Aufmarsch verbündeter Truppen nach Osten. Genau dafür gibt es den Operationsplan Deutschland, und genau das macht Verkehrswege, Häfen und Energieinfrastruktur zu möglichen Zielen (Bundeswehr).
Was schon passiert: Sabotage, Drohnenüberflüge, Cyberangriffe und Desinformation. Sicherheitsbehörden sprechen von hybrider Kriegsführung unterhalb der Schwelle eines bewaffneten Angriffs.
Der Bündnisfall: Ein Angriff auf ein NATO-Mitglied, etwa im Baltikum, würde Deutschland über Artikel 5 des Nordatlantikvertrags einbeziehen, auch wenn auf deutschem Boden kein Schuss fällt (NATO).
Der globale Trend: Laut Global Peace Index 2026 ist die Welt zum 15. Mal in 18 Jahren unfriedlicher geworden. Deutschland ist auf Platz 28 abgerutscht (Global Peace Index).
Eine amtliche Kriegswarnung für Deutschland gibt es Stand September 2026 nicht. Offizielle Warnungen des Bundes laufen über die Warn-App NINA, Cell Broadcast, Sirenen und den Rundfunk, nicht über soziale Medien (BBK). Wer nach einer aktuellen Warnung sucht, findet sie dort und nirgends sonst zuerst.
Rechtslage im Ernstfall
Der wichtigste Grund, sich früh zu kümmern, steht im Grundgesetz und im Wehrpflichtgesetz. Im Ernstfall ändern sich die Regeln für Ausreise, Wehrdienst und Geld, und zwar über Nacht.
Spannungs- und Verteidigungsfall: Der Bundestag stellt den Spannungsfall nach Artikel 80a und den Verteidigungsfall nach Artikel 115a des Grundgesetzes fest. Beides ist seit 1949 nie geschehen (Gesetze im Internet).
Wehrpflicht: Sie ist seit 2011 nur ausgesetzt. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall gelten die Vorschriften des Wehrpflichtgesetzes automatisch wieder, und die Wehrpflicht reicht dann bis zum Ende des Jahres, in dem ein Mann 60 wird (Gesetze im Internet).
Neuer Wehrdienst: Seit 2026 werden junge Männer wieder verpflichtend erfasst, der Dienst selbst bleibt vorerst freiwillig (BMVg).
Ausreise: Nach § 3 Absatz 2 Wehrpflichtgesetz brauchen Männer ab 17 Jahren eine Genehmigung der Bundeswehr, wenn sie Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen. Das Verteidigungsministerium hat davon am 9. April 2026 per Allgemeinverfügung alle befreit, ein Antrag ist derzeit nicht nötig. Die Vorschrift steht aber im Gesetz, und eine Befreiung lässt sich im Ernstfall zurücknehmen (Bundestag).
Wohnsitz im Ausland: Bei Deutschen, die ihren ständigen Aufenthalt und ihre Lebensgrundlage dauerhaft im Ausland haben, ruht die Wehrpflicht nach § 1 Absatz 2 Wehrpflichtgesetz. Das gilt für den, der schon weg ist, nicht für den, der gerade gehen will (Gesetze im Internet).
Geld: Das Außenwirtschaftsgesetz erlaubt es, den Kapital- und Zahlungsverkehr mit dem Ausland per Rechtsverordnung zu beschränken, wenn es die Sicherheitsinteressen verlangen (Gesetze im Internet).
Dazu kommt das Praktische: geschlossene Lufträume, ausgebuchte Flüge, Grenzkontrollen, überlastete Konsulate. In der Ukraine durften Männer zwischen 18 und 60 das Land ab dem ersten Kriegstag nicht mehr verlassen. Wer einen Plan B will, baut ihn auf, solange er ihn nicht braucht.
Kriterien
Ein Land ist nicht deshalb sicher, weil es schön ist. Diese sechs Kriterien entscheiden, ob ein Ziel im Kriegsfall trägt.
Bündnisse: NATO-Mitglieder sind über Artikel 5 automatisch Partei. Neutrale Staaten wie die Schweiz, Österreich und Irland sind es nicht, auch wenn Neutralität keinen absoluten Schutz bietet.
Distanz und Lage: Je weiter weg von Mitteleuropa und je weniger militärische Infrastruktur, desto besser. Die Südhalbkugel wäre auch bei einem nuklearen Schlagabtausch im Norden deutlich weniger betroffen.
Selbstversorgung: Länder, die mehr Nahrung und Energie erzeugen, als sie verbrauchen, überstehen unterbrochene Lieferketten. Paraguay, Uruguay und Neuseeland sind Nettoexporteure von Lebensmitteln, Singapur und die VAE importieren fast alles.
Innere Stabilität: Der Global Peace Index bewertet 163 Länder nach Konflikten, Sicherheit und Militarisierung. Er ist der beste verfügbare Gesamtindikator (Global Peace Index).
Zugang: Ein sicheres Land nützt nichts, wenn du nicht hineinkommst. Entscheidend ist, ob du einen Aufenthaltstitel vorab bekommst und ob er dir die Einreise auch in einer Krise sichert.
Alltagstauglichkeit: Sprache, Gesundheitssystem, Schulen und Kosten. Ein Plan B, in dem du nicht leben willst, ist keiner.
Vergleichstabelle Länder
Die Tabelle zeigt die 13 Länder im Überblick, mit dem Rang im Global Peace Index 2026 (Global Peace Index). Zum Vergleich: Deutschland liegt auf Platz 28, die Ukraine auf 160, Russland auf 163.
Land
GPI 2026
NATO
Aufenthalt
Schweiz
3
nein, neutral
Freizügigkeit
Österreich
6
nein, neutral
Freizügigkeit
Irland
5
nein, neutral
Freizügigkeit
Island
1
ja, ohne Armee
Freizügigkeit (EWR)
Portugal mit Madeira
7
ja
Freizügigkeit
Andorra, Nordspanien
Spanien 27
Andorra nein
Residenz, in Spanien Freizügigkeit
VAE
73
nein
Visum über Firma oder Immobilie
Paraguay
64
nein
Residenz ohne Investment
Uruguay
43
nein
Residenz mit Einkommensnachweis
Panama
81
nein, keine Armee
Visum über Firma oder Investment
Thailand
101
nein
Visum, ab 50 leichter
Neuseeland
2
nein
Punktesystem, schwer
Australien
20
nein, US-Verbündeter
Punktesystem, schwer
Die Länder im Detail
Die Liste ist von nah nach fern sortiert. Nahe Ziele sind schnell erreichbar und ohne Visum zugänglich, ferne Ziele sind sicherer, müssen aber vorbereitet sein.
Schweiz
Für die meisten Deutschen die naheliegendste Antwort. Die Schweiz ist seit 1815 neutral, weder in der NATO noch in der EU, liegt auf Platz 3 des Global Peace Index und verfügt als einziges Land Europas über Schutzplätze für praktisch die gesamte Bevölkerung. Sprache und Kultur sind vertraut, dank Freizügigkeitsabkommen ist der Zuzug für Deutsche und Österreicher unkompliziert.
Die Grenzen: Die Schweiz liegt mitten in Europa und wäre von einem Krieg auf dem Kontinent wirtschaftlich und bei Fallout auch physisch betroffen. Ohne Arbeitsvertrag musst du ausreichende Mittel nachweisen, und die Lebenshaltungskosten sind die höchsten Europas. Mehr in Auswandern in die Schweiz und Schweiz Steuern.
Österreich
Seit 1955 per Verfassungsgesetz neutral, EU-Mitglied, aber nicht in der NATO, Platz 6 im Global Peace Index. Für Deutsche gibt es keine Sprachbarriere und keine Visumspflicht, der Umzug ist in Tagen machbar. Die Alpenregionen in Tirol, Salzburg und Kärnten liegen abseits strategischer Ziele.
Die Grenzen: Österreich ist von NATO-Staaten umgeben, militärisch schwach und wirtschaftlich eng mit Deutschland verflochten. Es ist ein Ausweichziel für die ersten Wochen, keine Lösung für einen großen europäischen Krieg. Steuerlich bringt der Umzug keinen Vorteil.
Irland
Neutral, nicht in der NATO, Platz 5 im Global Peace Index und als Insel am westlichen Rand Europas weit weg von jeder denkbaren Front. EU-Bürger ziehen ohne Visum zu, Englisch ist Alltagssprache, die Wirtschaft ist stark.
Die Grenzen: Irland hat praktisch keine eigene Luftverteidigung, vor der Küste verlaufen transatlantische Datenkabel, und der Wohnungsmarkt in Dublin ist angespannt und teuer. Wer aufs Land geht, findet Ruhe und bezahlbare Häuser.
Island
Das friedlichste Land der Welt, zum 19. Mal in Folge auf Platz 1 des Global Peace Index. Island hat keine Armee, versorgt sich zu fast 100 Prozent selbst mit Energie aus Wasserkraft und Geothermie und ist über den EWR für EU-Bürger ohne Visum zugänglich.
Die Grenzen: Island ist NATO-Gründungsmitglied und liegt strategisch zwischen Nordamerika und Europa, der Stützpunkt Keflavík wird von Verbündeten genutzt. Dazu kommen hohe Preise, lange Winter und ein kleiner Arbeitsmarkt.
Portugal mit Madeira
Platz 7 im Global Peace Index, am südwestlichen Rand Europas, mildes Klima und für EU-Bürger ohne Hürden erreichbar. Madeira liegt 900 Kilometer vor der Küste im Atlantik, ist politisch stabil, gut angebunden und hat eine wachsende deutschsprachige Community.
Die Grenzen: Portugal ist NATO-Mitglied, auf den Azoren liegt mit Lajes ein von den USA genutzter Stützpunkt. Madeira selbst hat keine nennenswerte militärische Bedeutung, ist aber bei Lebensmitteln und Energie auf Importe angewiesen.
Andorra und Nordspanien
Andorra ist ein eigenständiger Staat in den Pyrenäen, weder in der EU noch in der NATO, ohne Armee und ohne strategische Ziele. Die Residenz gibt es aktiv über eine eigene Firma oder Anstellung mit einer Kaution von rund 50.000 Euro oder passiv über ein Investment von rund 600.000 Euro. Die Einkommensteuer liegt bei höchstens 10 Prozent.
Nordspanien von Galicien bis ins Baskenland bietet dasselbe geografische Argument innerhalb der EU: Atlantikküste, Berge, wenig militärische Infrastruktur und Freizügigkeit. Spanien ist NATO-Mitglied, liegt aber am weitesten von jeder Ostflanke entfernt. Die Kanarischen Inseln sind die noch weiter entfernte Variante.
Vereinigte Arabische Emirate
Die Emirate sind außenpolitisch ein Vermittler zwischen den Blöcken, halten Beziehungen zu den USA, Russland, China und Indien und gehören bei Infrastruktur, Sicherheit im Alltag und internationalen Schulen zur Weltspitze. Den Aufenthalt bekommst du in wenigen Wochen über eine Firmengründung in Dubai oder eine Immobilie, als Golden Visa für zehn Jahre. Einkommensteuer gibt es nicht.
Die Grenzen, und die gehören ehrlich dazu: Die Emirate liegen am Persischen Golf in direkter Nachbarschaft zum Iran, beherbergen westliche Militärstützpunkte und importieren rund 90 Prozent ihrer Lebensmittel. Mit Platz 73 im Global Peace Index sind sie ein Ziel gegen ein europäisches Szenario, nicht gegen jedes. Viele unserer Mandanten kombinieren Dubai deshalb mit einem zweiten Standbein in Lateinamerika.
Paraguay
Der Klassiker unter den Plan-B-Ländern. Paraguay liegt im Herzen Südamerikas, gehört keinem Militärbündnis an, erzeugt mit dem Wasserkraftwerk Itaipú ein Vielfaches des eigenen Strombedarfs und exportiert ein Vielfaches der Lebensmittel, die es selbst verbraucht. Die Residenz verlangt kein Mindestinvestment, kostet mit Agentur 3.000 bis 5.000 Euro und führt später zur Staatsbürgerschaft. Auslandseinkommen bleibt steuerfrei.
Die Grenzen: schwache Infrastruktur, Hitze, Spanisch ist Pflicht, und für den Antrag musst du persönlich nach Asunción. Genau deshalb ist es ein Titel, den man vorher holt. Der komplette Ablauf steht in Paraguay auswandern.
Uruguay
Das stabilste Land Südamerikas, Platz 43 im Global Peace Index und damit deutlich vor Frankreich. Uruguay hat eine gefestigte Demokratie, ein funktionierendes Rechtssystem, europäisch geprägte Kultur und erzeugt Strom fast vollständig aus erneuerbaren Quellen. Die Residenz bekommst du mit einem nachgewiesenen regelmäßigen Einkommen, neue Steuerresidenten können Auslandskapitalerträge für mehrere Jahre freistellen lassen.
Die Grenzen: Uruguay ist das teuerste Land der Region, das Verfahren dauert ein bis zwei Jahre, und die Winter an der Küste sind feucht und kühl.
Panama
Panama hat seit 1990 keine Armee, nutzt den US-Dollar, besteuert Auslandseinkommen nicht und bietet die beste Infrastruktur Mittelamerikas. Im Expat Insider 2026 ist es zum dritten Mal in Folge das beliebteste Land der Welt für Auswanderer. Den Aufenthalt gibt es über Firmengründung, Immobilie oder Rente ab 1.000 US-Dollar im Monat.
Die Grenzen: Der Panamakanal ist eine strategische Wasserstraße, um deren Kontrolle die Großmächte ringen, und Platz 81 im Global Peace Index spiegelt die Kriminalität in Teilen des Landes. Mehr in Panama auswandern und bei unserer Leistung Firmengründung Panama.
Thailand
Thailand liegt rund 9.000 Kilometer von Mitteleuropa entfernt, gehört keinem Militärbündnis mit Beistandspflicht an und hat sich in den großen Konflikten der letzten Jahrzehnte aus der Blockbildung herausgehalten. Das Land erzeugt deutlich mehr Lebensmittel, als es verbraucht, und gehört zu den größten Reisexporteuren der Welt. Dazu kommen niedrige Lebenshaltungskosten, moderne Privatkliniken und eine große deutschsprachige Community. Für viele ist Thailand deshalb das Plan-B-Land, in dem sie auch wirklich leben wollen.
Die Grenzen: Platz 101 im Global Peace Index ist der schwächste Wert dieser Liste. Er spiegelt innenpolitische Instabilität mit wiederholten Militärputschen, den Grenzkonflikt mit Kambodscha und die Unruhen im äußersten Süden, nicht die Sicherheit im Alltag. Thailand bietet Ausländern außerdem keinen dauerhaften Status: Ohne Visum sind nur 30 Tage möglich, das DTV für Ortsunabhängige verlangt 500.000 Baht Guthaben, das Rentnervisum ab 50 Jahren 800.000 Baht auf dem Konto. Ein befristetes Visum kann in einer Krise nicht verlängert werden, ein zweiter Titel in Paraguay oder Panama ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung. Alle Visa und Kosten findest du in Thailand auswandern.
Neuseeland
Platz 2 im Global Peace Index, auf der Südhalbkugel, atomwaffenfrei per Gesetz, keinem Militärbündnis mit Beistandspflicht verpflichtet und bei Lebensmitteln wie Energie weitgehend autark. In Studien zur Widerstandsfähigkeit gegen globale Katastrophen landet Neuseeland regelmäßig auf dem ersten Platz.
Die Grenzen: Das Einwanderungsrecht ist eines der strengsten der Welt. Ohne gefragten Beruf, Jobangebot oder ein Investment in Millionenhöhe gibt es keinen Daueraufenthalt, und mit über 55 wird es fast unmöglich. Als kurzfristiger Fluchtort fällt Neuseeland damit für die meisten aus, als langfristiges Projekt für Fachkräfte unter 45 ist es erste Wahl.
Australien
Ein ganzer Kontinent auf der Südhalbkugel, reich an Rohstoffen, Energie und Agrarflächen, mit hoher Lebensqualität und Platz 20 im Global Peace Index. Für junge Deutsche bis 35 ist das Working-Holiday-Visum ein realistischer Einstieg.
Die Grenzen: Australien ist über AUKUS und gemeinsame Einrichtungen wie Pine Gap enger Verbündeter der USA und wäre bei einem Konflikt im Pazifik nicht unbeteiligt. Das Punktesystem bevorzugt Fachkräfte unter 45, die Kosten in Sydney und Melbourne sind hoch.
Sonderfälle
USA: Zwei Ozeane, die stärkste Armee der Welt und nie ein moderner Krieg auf eigenem Festland. Als Führungsmacht der NATO wären die USA aber in jedem großen Konflikt Hauptbeteiligter, liegen auf Platz 134 im Global Peace Index, und ein dauerhaftes Visum ist schwer zu bekommen. Interessant vor allem für alle, die dort ohnehin Familie oder Arbeit haben.
Singapur: Platz 8 im Global Peace Index, extrem sicher und wohlhabend. Als Stadtstaat ohne Hinterland importiert Singapur aber fast alle Lebensmittel und liegt an der Straße von Malakka, einer der sensibelsten Handelsrouten Asiens.
Kanada: Groß, reich an Ressourcen und dünn besiedelt, aber NATO-Mitglied und direkter Nachbar der USA und der Arktis. Das Einwanderungsrecht folgt einem Punktesystem.
Einen breiteren Vergleich ohne den Fokus auf Sicherheit findest du im Ratgeber Wohin auswandern?.
Sicher in Deutschland
Nicht jeder kann oder will gehen. Die Frage, wo man bei einem Krieg in Deutschland am sichersten ist, hat keine beruhigende, aber eine ehrliche Antwort.
Schutzräume: Deutschland hat das Schutzbaukonzept 2007 aufgegeben. Es gibt noch 579 öffentliche Schutzräume mit rund 478.000 Plätzen, also für etwa ein halbes Prozent der Bevölkerung, und nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz ist keiner davon funktions- oder einsatzbereit (BBK).
Regionen: Moderne Kriege treffen nicht Flächen, sondern Ziele: militärische Einrichtungen, Häfen, Flughäfen, Bahnknoten, Energie- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Regierungssitze. Ländliche Regionen ohne solche Einrichtungen und abseits der großen Ost-West-Verkehrsachsen sind deutlich weniger gefährdet als Ballungsräume.
Im Haus: Das Bundesamt empfiehlt innenliegende Räume und Keller ohne Fenster als behelfsmäßigen Schutz und einen Vorrat an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten für möglichst zehn Tage (BBK).
Warnung: Installiere die Warn-App NINA und halte ein batteriebetriebenes Radio bereit. Cell Broadcast erreicht jedes eingeschaltete Handy auch ohne App.
Dokumente: Pässe, Geburtsurkunden, Versicherungen und Besitznachweise gehören als Kopie in eine griffbereite Mappe und verschlüsselt in eine Cloud.
Vorsorge zu Hause und ein Plan B im Ausland schließen sich nicht aus. Das eine hilft in den ersten Tagen, das andere bei allem, was länger dauert.
Plan B in 6 Schritten
Ein Plan B ist keine Flucht, sondern eine Versicherung. Er kostet einmalig Geld und Zeit, und im besten Fall brauchst du ihn nie. Das ist die Reihenfolge, die sich in unserer Beratung bewährt hat.
Aufenthaltstitel außerhalb Europas: Eine Residenz in Paraguay, Panama oder den VAE gibt dir das Recht auf Einreise, wenn andere ein Visum beantragen müssen. Paraguay ist mit 3.000 bis 5.000 Euro der günstigste Weg.
Zweiter Pass: Wer Vermögen hat, kann über Citizenship by Investment in wenigen Monaten eine zweite Staatsbürgerschaft erwerben, etwa in der Karibik ab rund 200.000 US-Dollar. Sie macht dich unabhängig von den Reisebeschränkungen eines einzelnen Staates.
Konto und Vermögen im Ausland: Ein Konto außerhalb der EU, am besten im Land des Plan B, dazu ein Teil des Vermögens in Sachwerten. Den Ablauf erklärt der Ratgeber Offshore Konto eröffnen. Die Logik dahinter steht in der Flaggentheorie.
Ortsunabhängiges Einkommen: Ein Plan B ohne Einkommen ist ein Urlaub mit Enddatum. Prüfe, welcher Teil deiner Arbeit remote funktioniert, und baue ihn aus.
Dokumente: Geburts- und Heiratsurkunden mit Apostille, Führungszeugnis, Zeugnisse, Impfnachweise. Im Krisenfall bekommst du nichts davon kurzfristig.
Testaufenthalt und Steuern: Lebe zwei bis drei Monate im Zielland, bevor du dich festlegst. Wer GmbH-Anteile hält, klärt vorher die Wegzugsbesteuerung.
Häufige Fragen
In der Nähe in die neutralen Staaten Schweiz, Österreich und Irland, am Rand Europas nach Portugal mit Madeira, Nordspanien, Andorra oder Island. Außerhalb Europas nach Paraguay, Uruguay, Panama, in die VAE, nach Thailand, Neuseeland oder Australien. Die fernen Ziele sind sicherer, brauchen aber einen Aufenthaltstitel, den du vorher organisieren musst.
Kurzfristig in ein Nachbarland, in das du ohne Visum einreisen darfst, also in die Schweiz, nach Österreich oder weiter nach Westen Richtung Spanien, Portugal und Irland. Langfristig in ein Land außerhalb Europas, in dem du bereits eine Residenz hast.
Kurzfristig gilt ein Angriff auf deutsches Gebiet als unwahrscheinlich. Die Bundeswehr geht aber davon aus, dass Russland ab 2029 militärisch in der Lage wäre, NATO-Gebiet anzugreifen, und richtet ihre Planung darauf aus. Realistischer als Kämpfe in Deutschland ist ein Bündnisfall an der Ostflanke, in dem Deutschland als Drehscheibe dient.
Nein, Stand September 2026 gibt es keine amtliche Kriegswarnung. Offizielle Warnungen des Bundes kommen über die Warn-App NINA, Cell Broadcast, Sirenen und den Rundfunk. Meldungen in sozialen Medien ohne diese Bestätigung sind keine amtliche Warnung.
In ländlichen Regionen ohne militärische Einrichtungen, Häfen, große Bahnknoten oder Kraftwerke und abseits der großen Ost-West-Verkehrsachsen. Öffentliche Schutzräume gibt es praktisch nicht mehr: 579 Anlagen mit rund 478.000 Plätzen, keine davon einsatzbereit.
Länder auf der Südhalbkugel ohne Bündnisverpflichtung, die sich selbst mit Nahrung und Energie versorgen: Neuseeland, Uruguay, Paraguay, Chile und Argentinien. In Europa gelten Island, Irland und die Schweiz als am wenigsten gefährdet.
Im Spannungs- oder Verteidigungsfall lebt die Wehrpflicht für Männer bis 60 automatisch wieder auf, und das Wehrpflichtgesetz sieht für Auslandsaufenthalte über drei Monate eine Genehmigung vor. Aktuell sind alle per Allgemeinverfügung davon befreit. Bei Deutschen mit dauerhaftem Wohnsitz und Lebensgrundlage im Ausland ruht die Wehrpflicht.
Sicherer als jedes andere Land in Mitteleuropa: neutral, nicht in der NATO, mit Schutzplätzen für praktisch die gesamte Bevölkerung und eigener Armee. Bei einem großen Krieg in Europa wäre sie wirtschaftlich und durch Fallout trotzdem betroffen.
Eine Residenz in Paraguay 3.000 bis 5.000 Euro pro Person, in Panama rund 7.500 Euro, in Dubai mit Firmengründung ab etwa 10.000 Euro im ersten Jahr. Eine zweite Staatsbürgerschaft über ein Investitionsprogramm beginnt bei rund 200.000 US-Dollar.
Das hängt von deiner Lebenssituation ab, nicht von der Nachrichtenlage. Sinnvoll ist für fast jeden, die Option zu schaffen: Aufenthaltstitel, Konto und Dokumente. Ob und wann du sie nutzt, entscheidest du dann in Ruhe.
Zusammenfassung
Ein Krieg auf deutschem Boden ist kurzfristig unwahrscheinlich, aber kein Szenario mehr, das Behörden und Bundeswehr ausschließen. Wer vorsorgen will, hat zwei Richtungen: nah und neutral mit der Schweiz, Österreich und Irland, oder weit weg und autark mit Paraguay, Uruguay, Panama und Neuseeland. Die Emirate, Thailand, Portugal, Island, Andorra und Australien liegen dazwischen, jeweils mit klaren Vor- und Nachteilen.
Entscheidend ist der Zeitpunkt. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall können Wehrpflicht, Ausreisegenehmigung und Kapitalverkehrsbeschränkungen greifen, und Visa, Flüge und Konten sind dann nicht mehr zu bekommen. Ein Plan B aus Aufenthaltstitel, Auslandskonto und vorbereiteten Dokumenten kostet wenige tausend Euro und lässt sich in einigen Wochen aufbauen.
Wenn du wissen willst, welches Land zu deiner Situation passt und wie du die Residenz sauber aufsetzt, buche ein Erstgespräch.
Grundgesetz, Artikel 80a (Spannungsfall), Artikel 115a (Verteidigungsfall) und Artikel 12a (Wehr- und Dienstpflicht): Art. 80a, Art. 115a, Art. 12a
Wehrpflichtgesetz, § 1 (Ruhen bei Wohnsitz im Ausland), § 2 (Anwendung im Spannungs- und Verteidigungsfall) und § 3 (Dauer der Wehrpflicht, Genehmigung von Auslandsaufenthalten): § 1 WPflG, § 2 WPflG, § 3 WPflG
Stand: September 2026. Die Sicherheitslage, Einreisebestimmungen und das Wehrrecht ändern sich laufend. Die Einschätzungen zu einzelnen Ländern sind unsere Bewertung auf Basis der genannten Quellen und keine Vorhersage. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.
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Clemens KohlbacherGründer & Geschäftsführer, Global Setup
Clemens berät seit über zehn Jahren Unternehmer, Investoren und Familien bei internationaler Firmengründung, Steuerstrategie und Wohnsitzverlagerung. Sein Fokus: legale, banktaugliche Strukturen, die in der Praxis halten, nicht nur auf dem Papier.
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2. Juli 2026·13 min Lesezeit
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