Auswandern in die Schweiz: Vorteile, Nachteile, Voraussetzungen & Kosten

Inhaltsverzeichnis

In die Schweiz auszuwandern ist für viele ein Traum. Denn das Land bietet eine wesentlich höhere Lebensqualität und niedrigere Steuern als vergleichsweise Österreich und Deutschland. Zudem ist es sicherer und politisch neutral bzw. Unabhängig. 

Dieser umfassende Artikel erläutert alles über das Thema Auswandern in die Schweiz. Angefangen von den Vor- und Nachteilen über die Voraussetzungen bis hin zu den Kosten und häufig gestellten Fragen. 

Vorteile

Eine Auswanderung in die Schweiz bringt für viele Menschen eine Reihe von Vorteilen mit sich – besonders für Österreicher und Deutsche, die sich kulturell und sprachlich oft schnell einleben. Die konkreten Vorteile hängen natürlich von deinen persönlichen Zielen ab, aber hier sind die wichtigsten und häufigsten Pluspunkte:

Hohe Lebensqualität

Die Schweiz gehört weltweit zu den Ländern mit der höchsten Lebensqualität. Das zeigt sich unter anderem in sauberer Umwelt, gut funktionierender Infrastruktur, hoher öffentlicher Sicherheit, guter Gesundheitsversorgung und stabiler Politik.

Gutes Gesundheitssystem

Die medizinische Versorgung ist hervorragend. Zwar ist das System teuer (mit einer privaten Grundversicherungspflicht), aber die Leistungen und der Zugang zu Fachärzten sind auf sehr hohem Niveau.

Stabilität und Sicherheit

Die Schweiz ist politisch neutral, wirtschaftlich sehr stabil und hat eine niedrige Kriminalitätsrate. Das Land wird oft als sicherer Hafen bezeichnet – auch für Vermögen und langfristige Lebensplanung.

Günstige Steuerverhältnisse (je nach Kanton)

Im Vergleich zu Deutschland oder Österreich können die Steuern in der Schweiz (je nach Kanton) deutlich niedriger sein – vor allem für Selbstständige oder Menschen mit hohem Einkommen bzw. Vermögen. Besonders attraktiv sind Kantone wie Zug, Schwyz oder Nidwalden.

Naturnähe und Freizeitwert

Die Alpen, Seen, Wälder und das generell sehr gepflegte Landschaftsbild bieten enorme Freizeitmöglichkeiten – egal ob Wandern, Skifahren, Mountainbiken oder einfach Erholung. Viele Menschen schätzen die Balance zwischen Arbeit und Natur.

schweiz berglandschaft

Multikulturelle und mehrsprachige Gesellschaft

In der Schweiz leben Menschen aus aller Welt, trotzdem herrscht ein starker lokaler Bezug zur Region. Die Mehrsprachigkeit (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) macht das Land kulturell vielfältig – besonders spannend für Menschen, die gerne zwischen Kulturen leben.

Nähe zu Deutschland und Österreich

Man bleibt geografisch nah an der Heimat, hat kurze Wege zu Freunden und Familie und kann jederzeit zurückreisen – das macht den Übergang oft einfacher als bei Auswanderungen nach Übersee.

Wirtschaftliche Chancen und hoher Wohlstand

Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Welt mit einem starken Finanzsektor, einer soliden Industrie und hoher Innovationskraft. Für Unternehmer, Selbstständige und gut ausgebildete Fachkräfte gibt es viele Möglichkeiten – sowohl in Anstellung als auch selbstständig.

patek

Nachteile

Auch wenn die Schweiz viele Vorteile bietet, gibt es natürlich auch einige potenzielle Nachteile, die man kennen und realistisch abwägen sollte – besonders als Auswanderer aus Deutschland oder Österreich. Hier sind die wichtigsten Punkte, die immer wieder genannt werden:

Hohe Lebenshaltungskosten

Die Schweiz ist eines der teuersten Länder Europas. Miete, Krankenversicherung, Lebensmittel, Restaurantbesuche und viele Alltagsprodukte kosten oft deutlich mehr als in Deutschland oder Österreich. Besonders in Städten wie Zürich, Genf oder Lausanne können die Lebenshaltungskosten sehr hoch sein.

Pflicht zur teuren Krankenversicherung

Anders als in Deutschland oder Österreich gibt es keine staatliche Krankenversicherung. Du musst innerhalb von drei Monaten eine private Grundversicherung abschließen – unabhängig von deinem Gesundheitszustand oder Einkommen. Die monatlichen Prämien sind hoch und steigen jährlich. Zusatzversicherungen kosten extra.

Regulierungen und Bürokratie

Obwohl vieles effizient geregelt ist, sind die kantonalen Unterschiede teilweise verwirrend. Fast jeder Kanton hat eigene Regeln für Steuern, Schulwesen, Baugenehmigungen etc. Das kann besonders für Selbstständige oder Zuziehende anfangs eine Herausforderung sein.

Voraussetzungen

Um als Österreicher oder Deutscher in die Schweiz auszuwandern, gelten grundsätzlich ähnliche Voraussetzungen, da beide Länder Teil des EU/EFTA-Raums sind. Die Schweiz hat mit der EU das sogenannte Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen, das den Aufenthalt und die Erwerbstätigkeit erleichtert. Trotzdem gibt es einige formale Hürden, die man beachten sollte. Hier sind die wichtigsten Punkte:

1. Aufenthaltsrecht und Anmeldung
Wenn du länger als 90 Tage in der Schweiz bleiben möchtest, musst du dich bei der zuständigen Gemeinde anmelden und eine Aufenthaltsbewilligung beantragen. Dafür brauchst du:

  • einen gültigen Reisepass oder Personalausweis

  • einen Nachweis über den Aufenthaltszweck (z. B. Arbeitsvertrag, Studienplatz, ausreichende finanzielle Mittel bei Nichterwerbstätigkeit)

2. Arbeit
Als EU-Bürger (auch Deutsche und Österreicher) darfst du in der Schweiz grundsätzlich arbeiten. Du brauchst aber eine entsprechende Aufenthaltsbewilligung:

  • Bewilligung L (Kurzaufenthalt, bei Arbeitsverträgen unter einem Jahr)

  • Bewilligung B (bei Arbeitsverträgen über einem Jahr oder unbefristet)

  • Bewilligung C (Daueraufenthalt, meist nach fünf oder zehn Jahren Aufenthalt)

3. Wohnung / Wohnsitz
Du musst eine feste Wohnadresse nachweisen können. Die Wohnungssuche kann je nach Region (z. B. Zürich, Genf) herausfordernd sein und die Mietpreise sind hoch.

4. Krankenversicherungspflicht
Sobald du in der Schweiz wohnhaft bist, musst du eine schweizerische Krankenversicherung abschließen, und zwar innerhalb von drei Monaten nach Einreise.

5. Sprachkenntnisse
Je nach Kanton solltest du die Landessprache beherrschen (Deutsch, Französisch, Italienisch). Für gewisse Aufenthaltsbewilligungen kann ein Sprachnachweis verlangt werden, besonders bei einem langfristigen Aufenthalt oder bei Einbürgerung.

6. Vermögen (statt Anstellung)
Auch als Privatier kannst du in die Schweiz ziehen, musst aber ausreichende finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung nachweisen. Typische Anforderungen:

  • Regelmäßiges passives Einkommen (z. B. Rente, Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Beteiligungen) von mindestens CHF 3.000 – 4.000.

  • Oder ein größeres Vermögen auf einem Bankkonto (die Höhe variiert je nach Kanton, aber ca. CHF 100.000 – 200.000 gelten als Richtwert)

Das Migrationsamt entscheidet im Einzelfall. Wenn du z. B. ein hohes Vermögen nachweisen kannst, brauchst du kein laufendes Einkommen. Wenn du ein moderates Vermögen hast, brauchst du oft zusätzlich laufende Einnahmen.

Zudem musst du einen glaubwürdigen Aufenthaltszweck haben. Beispiele:

  • Frühzeitiger Ruhestand

  • Sabbatical oder Auszeit

  • Überwintern in der Schweiz

  • Vorbereitung auf einen späteren Geschäftsaufbau (nicht gleich aktiv)

Die Behörden schauen darauf, ob dein Aufenthalt nachvollziehbar und nachhaltig ist.

7. Selbstständigkeit (statt Anstellung)

Wenn du stattdessen eine echte selbstständige Erwerbstätigkeit planst (also eine Firma gründest oder freiberuflich arbeitest), gelten andere Voraussetzungen – dafür brauchst du den Nachweis über eine tatsächliche Geschäftstätigkeit in der Schweiz (z. B. Kunden, Geschäftsmodell, Sitz, Webseite, Einnahmen).

Ablauf

Ein kurzer Schritt für Schritt Überblick für die Auswanderung in die Schweiz. 

Schritt 1: Entscheidung und Vorbereitung

Als erstes sollten diverse grundlegende Fragen geklärt werden, um überhaupt eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. 

1.1. Aufenthaltsziel festlegen
Kläre für dich, in welchen Kanton oder welche Stadt du ziehen möchtest. Unterschiede bestehen z. B. bei Steuern, Lebenshaltungskosten, Sprachniveau (Deutsch, Französisch, Italienisch) und Wohnungsmarkt.

1.2. Job oder Aufenthaltszweck definieren 
Ohne Erwerbstätigkeit brauchst du einen plausiblen Grund: Lebensabend, Sabbatical, Auszeit, private Umsiedlung. Im Falle einer Anstellung oder tatsächlichen Selbstständigkeit in der Schweiz benötigt man keine weitere Begründung. 

1.3. Job oder Finanzielle Mittel prüfen
Man benötigt entweder einen fixe Anstellung, eigenes Unternehmen oder:

  • ein Vermögen von ca. CHF 100.000 – 200.000

  • oder regelmäßiges passives Einkommen (mind. ca. CHF 3.000 – 4.000 monatlich)

1.4. Krankenversicherung vorbereiten
Vergleiche bereits vor dem Umzug verschiedene Schweizer Grundversicherungen. Der Abschluss muss innerhalb von 3 Monaten nach Zuzug erfolgen, aber Vorabinformation hilft bei der Planung.

Schritt 2: Wohnung / Haus finden

Ein Wohnsitz ist Pflicht und somit muss man eine Wohnung oder ein Haus finden, welches man mietet bzw. kauft. 

2.1. Wohnungsrecherche starten
Nutze Schweizer Immobilienportale wie homegate.ch, immoscout24.ch oder comparis.ch.

2.2. Miete oder Kauf planen
Die Wohnung muss als fester Wohnsitz geeignet sein. Du brauchst sie zur Anmeldung bei der Gemeinde.

2.3. Mietvertrag unterschreiben
Bei der Bewerbung auf Mietobjekte werden oft Nachweise über finanzielle Mittel, Referenzen oder Bürgschaften verlangt. Kautionen von bis zu 3 Monatsmieten sind üblich.

Schritt 3: Umzug organisieren

Anschließend gilt es den Umzug zu organisieren und sein Eigentum zu transportieren. 

3.1. Umzugsfirma beauftragen (optional)
Grenzüberschreitende Transporte sollten gut dokumentiert sein (Zollanmeldung bei größerem Umzug).

3.2. Adressänderungen, Kündigungen, Vollmachten
Kümmere dich um:

  • Bank, Versicherungen, Mobilfunkverträge, Meldepflicht in Deutschland/Österreich

  • Internationale Konten oder Vollmachten ggf. anpassen.

Schritt 4: Einreise und Anmeldung in der Schweiz

Dann gilt es in die Schweiz einzureisen und sich anzumelden. 

4.1. Einreise mit Personalausweis oder Reisepass
Kein Visum notwendig für EU/EFTA-Bürger. Kinder benötigen eigene Ausweisdokumente.

4.2. Anmeldung bei der Gemeinde (Einwohnerkontrolle)
Spätestens innerhalb von 14 Tagen nach Einreise musst du dich in deiner Wohngemeinde anmelden.

Benötigte Unterlagen:

  • Mietvertrag oder Eigentumsnachweis

  • Gültiger Pass oder Personalausweis

  • Nachweis über finanzielle Mittel (Kontoauszug, Einkommensbelege)

  • Nachweis Krankenversicherung (oder innerhalb von 3 Monaten nachzureichen)

4.3. Aufenthaltsbewilligung beantragen
Für Nichterwerbstätige wird in der Regel eine Bewilligung B erteilt, gültig für 5 Jahre.

Schritt 5: Versicherungen und Bank

Eine Krankenversicherung ist Pflicht und die Eröffnung eines Kontos erleichtert vieles.

5.1. Krankenversicherung abschließen
Suche dir eine passende Grundversicherung. Zusatzversicherungen sind freiwillig, aber oft sinnvoll.

5.2. Weitere Versicherungen (freiwillig, aber empfehlenswert):

  • Privathaftpflicht

  • Hausratversicherung

  • Unfallversicherung (falls du nicht arbeitest, freiwillig)

5.3. Bankkonto in der Schweiz eröffnen
Die Eröffnung eines Bankkontos in der Schweiz erleichtert Mietzahlungen, Versicherungen und Steuern.

Schritt 6: Integration und Steuer

Schlussendlich fallen noch ein paar Behördenwege an und die fortlaufende Integration und Einhaltung aller Rechtsvorschriften sind verpflichtend. 

6.1. Anmeldung bei der Steuerbehörde
Auch ohne Erwerbstätigkeit musst du jährlich eine Steuererklärung abgeben (auch als Vermögender).

6.2. Kinder einschulen (falls vorhanden)
Melde deine Kinder in der lokalen Schule oder Kindertagesstätte an.

6.3. Kontakte knüpfen und Integration
Vereine, lokale Veranstaltungen, Sprachkurse oder Begegnungsangebote helfen beim Einleben.

FAQ

Nachfolgend die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Auswandern in die Schweiz.

Lohnt es sich in die Schweiz auszuwandern?

Eine Auswanderung in die Schweiz kann sich definitiv lohnen. Sofern man genug verdient, kann man von den niedrigen Steuern profitieren und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität und Selbstverantwortung genießen. 

Ja, Kinder bekommen in der Schweiz in der Regel automatisch ein Aufenthaltsrecht, wenn ein Elternteil eine gültige Aufenthaltsbewilligung hat – insbesondere bei EU-/EFTA-Bürgern wie Österreichern oder Deutschen.

Zusammenfassung

Als Deutscher oder Österreicher kannst du dank des Freizügigkeitsabkommens relativ unkompliziert in die Schweiz auswandern – auch ohne Erwerbstätigkeit, sofern du ausreichend finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung nachweisen kannst. Kinder erhalten über den Familiennachzug ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung. Die Schweiz bietet eine hohe Lebensqualität, Sicherheit und stabile wirtschaftliche Verhältnisse, allerdings bei teils sehr hohen Lebenshaltungskosten, strikten Regeln und kultureller Zurückhaltung im Alltag.

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